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23.01.2001

13:26 Uhr

dpa MÜNSTER. NRW-Innenminister Fritz Behrens (SPD) hat von der baden-württembergischen Landesregierung ein unverzügliches Stopp- Signal für den Castor-Transport ins Brennelemente-Zwischenlager Ahaus gefordert. Das Zögern schade allen und koste die Steuerzahler Unsummen, sagte Behrens am Dienstag beim Besuch des Polizei- Planungsstabes in Münster. In den vergangen Tagen sei Bewegung in den Castor-Streit gekommen und es sei deutlich geworden, dass das Kernkraftwerk Neckarwestheim keinen akuten Transportbedarf habe.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS/Salzgitter) hatte in der vergangenen Woche eine Genehmigung für ein standortnahes Interimslager am Kernkraftwerk Neckarwestheim für Ende Februar angekündigt.

Behrens räumte ein, dass die Kraftwerksbetreiber in Baden- Württemberg über eine rechtswirksame Transport-Genehmigung für sechs Castor-Behälter verfügten, die auch gerichtlich einklagbar sei. Deshalb müsse die Entscheidung zum Verzicht freiwillig gefällt werden. Entsprechende Signale von der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) habe es bereits gegeben.

Polizei trifft Vorbereitungen

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen werde sich jedoch in jedem Fall so vorbereiten, dass sie pünktlich zum 1. März einsatzbereit sei. Das bedeute unter anderem, für 12 000 Beamte Übergangsquartiere zu organisieren, 200 Lastwagen-Ladungen Gitterzaun herbeizuschaffen und Großküchen für die Verpflegung der Einsatzkräfte anzumieten, sagte der Einsatzleiter des Polizeipräsidiums Münster, Winfried Kampmann. Nach der Schätzung von Behrens würde ein Castor-Transport bis zu 100 Mill. DM und den Einsatz von insgesamt 20 000 Polizeibeamten aus mehreren Bundesländern bedeuten. 2,5 Mill. DM seien bereits ausgegeben.

Behrens sagte, die Strahlensicherheit eines möglichen Castor- Transportes sei in jedem Fall gewährleistet. "Ich würde die Polizei keinen Transport sichern lassen, von dem gefährliche Strahlung ausgehen könnte", sagte der Minister. Größere Unwägbarkeiten gingen dagegen von möglichen Demonstrationen und Blockaden aus.

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