Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2004

14:28 Uhr

Bewerberstädte müssen IOC-Fragebogen abgeben

Leipzig hat niemand auf der Rechnung

Olympische Sommerspiele 20012 in Deutschland? Von den echten und vermeintlichen Favoriten nimmt offenbar keiner die deutsche Bewerbung so richtig ernst. Zumal sich Leipzig gegen die acht Konkurrenten mit einem Gegenmodell bewirbt.

Foto: dpa

Foto: dpa

HB HAMBURG. Noch stehen alle Neune - doch die Kugel rollt: Bisher zählten nur Ideen, Projekte, Sympathien und Vorurteile - nun wird es ernst: Bis zum kommenden Donnerstag müssen die Bewerberstädte den Fragebogen (Questionnaire) beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) abgeben. Am 18. Mai wird durch das Exekutivkomitee aussortiert: Zwischen zwei und vier Bewerber sind nach dem "Vor-Examen" voraussichtlich aus dem Rennen, die anderen dürfen sich dann offiziell Kandidaten-Städte nennen.

"Das System ist dazu da, die geeigneten Städte herauszufinden. Wenn sich alle neun als geeignet erweisen, dann könnten es auch neun Städte sein", hatte IOC-Präsident Jacques Rogge kürzlich bekräftigt. Mit breiter Brust gehen die Favoriten London, Paris, Madrid und New York ins Rennen, und so richtig scheinen die Großen die Kleinen nicht ernst zu nehmen. Istanbul, Rio de Janeiro, Moskau und auch Leipzig gehören zu den Wackelkandidaten; als absolut chancenlos gilt nur Havanna.

Leipzig bewirbt sich mit einem Gegenmodell: Abkehr vom olympischen Gigantismus, Hinwendung zu begrenzten, bescheidenen Spielen mit einer Kompaktheit ohne Gleichen. Klein aber fein - damit zielt die Sachsen- Metropole auf das Vorhaben des Reform-Präsidenten Rogge, das unaufhaltsame Wachstum unter Kontrolle zu bringen. Ein Problem ist das Image: Wo immer in der Welt die neun Bewerber in den Medien auftauchen, zumeist steht Leipzig an vorletzter Stelle vor Havanna.

London ist das beste Beispiel für große Zuversicht. Die Olympia-Manager gehen davon aus, dass alles auf einen Zweikampf mit Paris hinausläuft. Und Mut machen sich die Briten mit einem gewagten Szenario: Das IOC will unbedingt eine europäische Stadt. Madrid hat schlechte Karten, weil die Barcelona-Spiele (1992) noch nicht so lange her sind. Leipzig nehmen die Briten nicht ernst. Trumpf soll die - wahrlich nicht neue - Idee vom Olympia der kurzen Wege sein, also die zentrale Lage vieler Wettkampfstätten in der City. Als Manko sieht man die schlechte Infrastruktur der britischen Metropole.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×