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21.01.2003

08:41 Uhr

Bezahlfernsehen will keine Zugeständnisse machen

Sat 1 und Premiere streiten um Bundesliga-Preise

VonCaspar Busse (Handelsblatt)

Die Hauptverwaltungen von Pro Sieben Sat 1 Media und Premiere liegen an der Medienallee in München-Unterföhring direkt gegenüber. Doch das Klima zwischen den beiden Vorzeigefirmen der untergegangenen Kirch-Gruppe ist nicht mehr das allerbeste. Grund: der Preispoker um die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga.

MÜNCHEN. Premiere-Chef Georg Kofler lehnte am Montag die Forderungen seines Kollegen Urs Rohner von Pro Sieben Sat 1 kategorisch ab. Rohner hatte kritisiert, Premiere zahle zu wenig für die Fußball-Berichterstattung, und eine Umverteilung in die Diskussion gebracht. "Hier einen Solidaritätsbeitrag von Premiere zu erwarten, ist etwas vermessen", sagte Kofler dem Handelsblatt. "Wenn die die Preise drücken wollen, dann sollen sie es offen sagen", fügte der Südtiroler hinzu. Rohner hatte darauf hingewiesen, dass im Rest Europas die frei empfangbaren TV-Sender 10 % bis 15 % der Kosten für die Übertragungsrechte trügen, in Deutschland jedoch 40 %. Kofler konterte, dort gebe es auch deutlich weniger Free-TV-Sender.

Sat 1 zahlt für die laufende Saison etwa 80 Mill. Euro für die Fußball-Bundesliga; ARD und ZDF für die Nachverwertung nochmals rund 20 Mill. Euro. Premiere zeigt alle Spiele live und daneben Zusammenfassungen und überweist etwa 150 Mill. Euro pro Saison. "Es ist ausgeschlossen, dass wir mehr bezahlen", betonte Kofler. Premiere hatte erst im vergangenen Sommer die Preise gedrückt und einen Vier-Jahres-Vertrag abgeschlossen. Sat 1 kämpft derzeit mit hohen Verlusten und nennt die Fußball-Berichterstattung "hochdefizitär".

Vor dem Zusammenbruch des Kirch-Imperiums waren Premiere, Pro Sieben Sat 1 und der Sportrechtehandel in einer Hand. Eine "Mischkalkulation" war allgemein üblich. Jetzt geht der Sportrechtehandel an Schweizer Investoren, Premiere verhandelt mit der Kapitalgesellschaft Permira, und Pro Sieben Sat 1 soll an den Bauer-Verlag verkauft werden.

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