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11.03.2003

10:04 Uhr

Biathlon-WM in Sibirien

Deutsche Athletinnen gehören zu den Favoriten

Die Biathlon-Weltmeisterschaften sollen planmäßig vom Samstag bis zum 23. März im westsibirischen Chanty Mansijsk stattfinden, auch wenn im Nahen Osten ein Krieg ausbricht. Auf diese gemeinsame Linie einigten sich die Internationale Biathlon-Union (IBU), das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die russische Sportführung.

HB/dpa CHANTY MANSIJSK. Sollten im Irak die Waffen sprechen, werde es ständig Konsultationen geben, erklärte IBU-Generalsekretär Peter Bayer, der seit Montag in Moskau weitere Gespräche führt. Für die ersten Weltmeisterschaften in Russland haben 34 Verbände insgesamt 103 Biathletinnen und 123 Biathleten gemeldet. Mit je sieben Damen und Herren stellt der Deutsche Skiverband (DSV) das zweitgrößte Aufgebot hinter dem Gastgeber. "Wir wollen vier Medaillen gewinnen", hat Norbert Baier, Technischer Leiter Biathlon, als bescheiden klingende Zielstellung ausgegeben. Immerhin sind in der Saison mit Katja Beer (Altenberg), Uschi Disl (Moosham), der Weltcup-Gesamtbesten Martina Glagow (Mittenwald) und Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) bereits vier deutsche Skijägerinnen im Weltcup aufs oberste Siegertreppchen gestürmt. Auch Sven Fischer und Alexander Wolf (beide Oberhof) konnten einen Sieg erkämpfen.

"Die Damen können in allen Rennen vorn landen. Wenn die bisher nicht so erfolgreichen Herren zwei Medaillen gewinnen würden, wären wir sehr zufrieden", beschrieb der frühere Herren-Bundestrainer die Situation. Bei der WM-Vorbereitung in Oberhof, wo 2004 die WM stattfindet, habe das Herren-Team gut trainiert.

Mit der Staffel zur Medaille

Die "Männer-Abteilung" hat für die WM Verstärkung aus dem Lager der nordischen Kombinierer erhalten. Skitechniker Enrico Heisig wurde nach Sibirien beordert. "Er hat sehr viel Erfahrungen mit den Rossignol-Latten und Weltcup-Sieger Ronny Ackermann in den letzten beiden Wintern bei praktisch allen Bedingungen stets perfekte Ski gemacht. Das ging uns in diesem Winter etwas ab", verriet Baier. Rossignol-Ski-laufen Andreas Birnbacher (Schleching), Michael Greis (Nesselwang) und Ricco Groß (Ruhpolding).

Heiß begehrt sind sowohl bei den Herren als auch bei den Damen die Staffelplätze. Schließlich gilt vor allem bei den Läuferinnen der Staffel-Einsatz als Medaillen-Garantie. Deshalb ist um die Einzel- Starts ist ein heißer Kampf entbrannt. "Das haben wir von Beginn an gesagt: In der Staffel laufen die vier, die bei der WM am besten in Form sind. Es gibt kein Abo auf die Staffel", bestätigte vor dem Abflug Bundestrainer Uwe Müßiggang.

Nutzen Russen, Ukrainer und Weißrussen den Heimvorteil?

Als WM-Favoriten gelten die "Überläufer" Ole Einar Björndalen (Norwegen/7 Saisonsiege) und Raphael Poiree (Frankreich/2), der nach der Geburt seiner Tochter Emma Ende Januar in ein sportliches Tief gefallen war. Beide haben beim letzten Weltcup in Östersund pausiert, um sich zielgerichtet auf die WM vorzubereiten. Favorisiert sind weiter Russen, Ukrainer und Weißrussen, die für sich ebenfalls einen Heimvorteil sehen.

Unklar ist die Teilnahme der Weltcup-Zweiten Albina Achatowa. Der Russin wurde in Antholz eine positive Doping-Probe entnommen. Das Nikethamid soll in einem Präparat zur Kreislaufstabilisierung gewesen sein, das die Team-Ärztin der Sportlerin nach einem Kollaps im Ziel gespritzt habe. Der IBU-Vorstand wird am Donnerstag in Chanty Mansijsk über Konsequenzen beraten.

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