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25.05.2000

15:36 Uhr

hof FRANKFURT/M. Die GPC Biotech aus Martinsried bei München soll nach dem Willen der Verantwortlichen eine der größten Biotech-Emissionen am Neuen Markt werden. Knapp 124 Mill. Euro will das Unternehmen beim Börsengang einnehmen, sofern der Preis am oberen Rand der Bieterspanne liegt. Ist die Nachfrage sehr groß, behalten sich die Konsortialbanken jedoch vor, den Preis (20,50 Euro - 25 Euro) auf bis zu 31,25 Euro zu erhöhen. Bei diesem in Deutschland noch unüblichen Verfahren bleiben unlimitierte Orders gültig. Der Erlös wird zwar gänzlich der Gesellschaft zufließen. Allerdings hat sich nur ein ganz geringer Teil der Altaktionäre - die Mehrheit des Unternehmens wird auch nach dem Börsengang bei Risikokapitalgesellschaften liegen - dazu verpflichtet, die Anteile länger als die vorgeschriebene Frist von sechs Monaten zu halten.

Die GPC AG, die sich selbst als "ein international führendes Unternehmen in der Entwicklung neuartiger auf Genforschung basierender Therapeutika" bezeichnet, will die Mittel etwa zur Hälfte dazu benutzen, seine Technologieplattform auszubauen sowie Forschung und Entwicklung im Bereich der vorklinischen Phase zu stärken. Ein kleiner Bereich soll in klinische Studien investiert werden, wobei sich GPC dabei allerdings auf Krebstherapie - daneben beschäftigt sich die Firma mit Infektions- und Immunkrankheiten - konzentrieren will. Ein Drittel des Erlöses wird in Lizenzen und Akquisitionen fließen.

Geld verdienen will GPC nach Angaben seines Vorstandsvorsitzenden Bernd Seizinger dabei einmal durch den Verkauf seiner Technologien im Bereich Medikamentenentwicklung auf Basis der Genforschung und außerdem durch die Eigenentwicklung von Pharmazeutika. Gewinne wird das Unternehmen nach Schätzungen aber frühestens im Jahr 2006 ausweisen können. Umsätze werden allerdings bereits jetzt durch Allianzen mit Pharmafirmen generiert. Für 1999 wird der Umsatz mit 8,1 Mill. Euro angegeben. Dabei stammte knapp die Hälfte von der US-Biotech Mitotix Inc., -Firma die erst Ende März übernommen wurde. Nach Meinung von Analysten wird GPC jährlich mit Raten zwischen 30% und 60% wachsen, so dass etwa mit dem Erreichen der Gewinnschwelle in den Jahren 2006/7 die Umsätze bei über 100 Mill. Euro liegen könnten, in zehn Jahren dann bereits bei etwa 500 Mill. " bei einer Nachsteuermarge von über 35%. Bislang 40 erteilte und 120 beantragte Patente sollen dieses Wachstum absichern. Bis zu diesem Zeitpunkt kann es allerdings nötig werden, weitere Kapitalmittel aufzunehmen. Im vorbörslichen Handel gab es gestern für die Aktie eine Bewertung zwischen 30 Euro und 33 Euro.

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