Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.01.2002

15:35 Uhr

Bis auf Praktiker-Baumärkte alle Vertriebslinien positiv entwickelt

Metro-Umsatzzuwachs knapp unter Prognosen

Deutschlands größter Handelskonzern Metro hat 2001 seinen Umsatz um 5,5 % gesteigert, seine eigene Prognose wegen des schlechten Wetters in der letzten Dezemberwoche damit aber knapp verfehlt.

rtr DüSSELDORF. Der Nettoumsatz im Konzern sei nach vorläufigen Zahlen auf 49,5 Mrd. ? gestiegen, teilte die Metro am Mittwoch mit. Im Oktober hatte die Gruppe ihre Prognose für den Umsatzzuwachs auf sechs von zuvor sieben Prozent gesenkt. Bis auf die Baumärkte hätten sich alle Sparten positiv entwickelt, hieß es am Mittwoch. Metro bekräftigte zudem, 2001 werde das Ergebnis pro Aktie mindestens zehn Prozent höher als 2000 ausfallen werde. Analysten äußerten sich zufrieden. Die Metro-Aktie legte zu.

Der Auslandsanteil am Konzernumsatz kletterte 2001 auf 44,4 % von zuvor 42,2 %, teilte Metro mit. Der Auslandsumsatz sei dabei um elf Prozent auf 22 Mrd. ? gestiegen. Das vierte Quartal mit dem für den Handel wichtigen Weihnachtsgeschäft sei positiv verlaufen.

Im vierten Quartal steigerte der fünftgrößte Handelskonzern der Welt den Umsatz um 7,1 %. Trotz eines zusätzlichen Verkaufstages habe der Geschäftsverlauf in den letzten Dezembertagen aber deutlich unter dem Vorjahr gelegen. Begründet wurde dies mit dem starken Wintereinbruch in Deutschland sowie in Teilen Süd- und Osteuropas. So sei beispielsweise in Polen das Geschäft in der letzten Dezemberwoche fast zum Erliegen gekommen, sagte ein Metro-Sprecher. Der Hauptumsatzträger der Metro, die mittlerweile 353 Großhandelsmärkte, legte auch im vierten Quartal 2001 abermals erheblich zu. Die Expansion im Ausland sei ausgebaut worden. Die Lebensmittelmärkte "Real" gewannen den Angaben zufolge bei steigenden Umsätzen im vergangenen Jahr weiter deutliche Marktanteile. Auch die "Extra"-Filialen hätten in einem leicht verbesserten Marktumfeld Umsatzzuwächse erzielt. Insgesamt betreibt die Metro nun 774 Lebensmittel- Einzelhandelsfilialen. Die zuletzt wegen des hohen Expansionstempos ertragsschwächeren Elektronikmärkte Media-Saturn kehrten im vierten Quartal zu einem zweistelligen Umsatzwachstum zurück, hob Metro hervor. Bei einem auch in Deutschland flächenbereinigtem Umsatzplus sei die Marktführerschaft in Europa weiter ausgebaut worden. Das Sorgenkind des Konzerns, die 351 Praktiker-Baumärkte, hätten sich hingegen weiterhin nicht von der angespannten Situation der gesamten Branche absetzen können. In Deutschland herrscht in diesem Markt ein großes Überangebot. Bei den 132 Kaufhof-Warenhäusern unterstrich die Metro, das zufrieden stellende Weihnachtsgeschäft habe die schwächere Umsatzentwicklung zu Beginn des vierten Quartals zum Teil ausgleichen können. Wie andere Handelshäuser war auch der Kaufhof von der starken Kaufzurückhaltung nach den Anschlägen in den USA getroffen worden.

Analysten äußerten sich positiv zu den vorgelegten Zahlen. Dass der Konzern seine eigene Umsatzprognose knapp verfehlt habe, sei nicht dramatisch, sagte Phillip Bonheffer von Merck Finck. Viel wichtiger sei, dass die Prognose für das Ergebnis je Aktie bekräftigt worden sei. Merril Lynch-Analstin Anita Gulati hob wie andere Branchenkenner hervor, die Elektronikmärkte seien wohl wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Union-Fondsmanager Jürgen Schillinger sagte, die Metro-Aktien lägen zur Zeit auf einem angemessenen Niveau. "Wir werden nicht zukaufen, obwohl insbesondere die Ergebnisse für Media-Saturn gut sind." Gulati sieht auch bei den Warenhäusern eine positive Entwicklung. Es lohne sich in die Metro-Aktie zu investieren, sagte die Handelsexpertin mit Blick auf andere europäische Konzerne.

Die Metro berichtete als erster deutscher Händler über das Geschäftsjahr 2001. Am Donnerstag folgen die im MDax notierten Handelshäuser KarstadtQuelle, AVA und Douglas . Die Bilanz will Metro am 26. März vorlegen. Die Metro-Aktien notierten am Mittwochmittag nach einem freundlichen Handelsauftakt in einem schwachen Marktumfeld mit 41,07 ? 1,3 % unter ihrem Vortagesschluss.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×