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12.01.2001

11:28 Uhr

Bis zu 1 Pfennig pro Liter Sozialfonds geplant

Höhere Benzinpreise wegen Tankstellenschließungen

Zur Schließung von rund 4 000 unrentablen Tankstellen in Deutschland planen die betroffenen Verbände einen Sozialfonds zur Entschädigung der Betreiber. Der Hamburger Mineralölwirtschaftsverband (MWV) bestätigte am Freitag einen Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach die zuständigen Verbände über einen Entschädigungsfonds verhandeln.

ap HAMBURG. Finanziert werden soll der Sozialtopf nach dem Bericht von den Autofahrern über eine Art Solidaritätspfennig auf jeden Liter verkauftes Benzin. MWV-Sprecherin Barbara Meier-Bukow sagte jedoch, auch andere Finanzierungsmodelle seien denkbar.

Seit Jahrzehnten geht die Zahl der Tankstellen in Deutschland bergab: 1968 gab es noch 46 000 Stationen, heute sind es rund 16 400. Auch davon sind nach MWV-Schätzungen etwa 4 000 langfristig nicht rentabel. Viele dieser unrentablen Stationen gehörten früher großen Markengesellschaften und wurden dann von deren Pächtern gekauft und in Eigenregie als Freie Tankstelle weitergeführt.

Harter Preiskrieg

Diese Pächter sind heute oft hoch verschuldet, weil sie groß in ihre Tankstellen investiert haben. Im letzten Jahr kam es an den deutschen Stationen zu einem harten Preiskrieg, unter dem die Freien Tankstellen am meisten gelitten haben. Mit dem Fonds sollen nun überschuldeten Pächter der Weg in den Vorruhestand oder in eine andere Branche geebnet werden.

Laut MWV sitzen bei den Gesprächen der Bundesverband Freier Tankstellen und der Mittelstand mit am Tisch. Das Kartellamt hat die Gespräche genehmigt, muss aber laut Bundeswirtschaftsministerium einen Kompromiss genehmigen. Die Profiteure der Marktbereinigung wären die großen Konzerne, die ohne viel Zutun ihre Marktanteile erhöhen könnten.

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