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02.01.2001

09:38 Uhr

Bis zu 39 Mill. Euro Verlust

Intershop-Aktie bricht nach Gewinnwarnung ein

Nach einer Ergebnis- und Umsatzwarnung ist der Aktienkurs des Software-Spezialisten Intershop Communications am Dienstag zwischenzeitlich um mehr als 65 % auf 11,70 Euro eingebrochen.

Gründer und Vorstand Stephan Schambach

Gründer und Vorstand Stephan Schambach

Reuters FRANKFURT. Intershop hatte zuvor mitgeteilt, seine Umsatz- und Ertragserwartungen für das vierte Quartal 2000 zu reduzieren. So werde nach vorläufigen Zahlen mit einem Umsatz zwischen 28 und 30 Mill. Euro gerechnet. Zuvor hatte das Unternehmen einen Wert von 40 bis 50 Mill. Euro prognostiziert. Der Nettoverlust im vierten Quartal werde voraussichtlich zwischen 30 und 32 Mill. Euro betragen. In der vorherigen Prognose wurde der Verlust nicht näher präzisiert. Für Börsianer kam die Ergebniswarnung nach eigenen Angaben überraschend. Analysten reagierten auf die Nachricht mit einer Rückstufung der Aktie.



 Intershop intraday



Hintergrund der Entwicklung sei eine Verlangsamung von IT-Investitionen und eine Verlängerung der Vertriebszyklen, teilte Intershop mit. Viele Unternehmen hätten die für das vierte Quartal erwarteten Investitionen in den elektronischen Handel (E-Commerce) auf das Jahr 2001 verschoben. Dies gelte insbesondere für die USA, erklärte Intershop-Finanzvorstand Wilfried Beeck. "Trotz des enttäuschenden vierten Quartals sind wir mit dem Umsatzwachstum in 2000 von rund 165 % gegenüber dem Vorjahr zufrieden", fügte er hinzu. Für das Gesamtjahr 2000 werde ein Umsatz zwischen 121 und 123 Mill. Euro und ein Nettoverlust zwischen 37 und 39 Mill. Euro erwartet. Michelle Lang, Analystin beim Bankhaus Sal. Oppenheim, nannte Ergebniswarnung überraschend. Bei der Veröffentlichung der Zahlen für das dritte Quartal 2000 habe Intershop noch optimistischer in die Zukunft geblickt. Als Gründe für die Ergebniswarnung nannte Lang Probleme insbesondere in den Märkten Asiens und den USA sowie aufgeschobene Investitionen von Unternehmen. Die schlechte Nachricht von Intershop zum Jahresauftakt belaste die gesamte Branche. Auch die Aktien von SAP und Broadvision gaben am Dienstag nach.

Michael Fraikin, Fondsmanager bei der Invesco, sagte, das Ausmaß der Korrektur sei ziemlich überraschend. Fraikin sieht eigenen Worten zufolge die Bewertungsprämie von Intershop in Relation zu Broadvision schwinden. Die Analysten der ABN Amro Bank stuften die Bewertung der Aktie auf "Reduzieren" von "Kaufen" herunter. SES Research reduzierte sie von "Outperformer" auf "Marketperformer".

Die vollständigen Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr würden am 31. Januar bekannt gegeben, teilte Intershop weiter mit. Das Unternehmen kündigte für Dienstag, 18.00 Uhr MEZ, eine Telefonkonferenz mit näheren Informationen zu dem geänderten Ausblick für das vierte Quartal 2000 an. Gegen 11.15 Uhr MEZ notierten die Papiere mit 62,06 % im Minus bei 12,68 Euro. Mit einem Handelsvolumen von über 2,4 Mill. Stück waren die am Neuen Markt notierten Papiere am Morgen an der Frankfurter Börse die meist gehandelten Aktien vor denen der Deutschen Telekom.

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