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15.01.2003

10:37 Uhr

Bisher noch ungeschlagen

Dritte Runde: „Alinghi“ gewinnt Segelthriller

Jochen Schümann und die Schweizer "Alinghi Challenge" bleiben im Finale der Herausforderer-Runde zum America's Cup auch nach dem dritten Duell ungeschlagen. Tausende Zuschauer erlebten am Mittwoch auf dem Hauraki Golf das bislang spektakulärste aller Segelrennen im Louis-Vuitton-Cup.

HB/dpa AUCKLAND. Mit Jubelschreien und geballten Fäusten feierten "Alinghis" Chef Ernesto Bertarelli, Sportdirektor Schümann und ihre Crew den dritten Punktgewinn. Das dramatische Duell zwischen dem Alpenteam und Larry Ellisons Oracle BMW Racing wurde durch einen "Penalty" gegen die US-Mannschaft entschieden. "Es war das verflixte dritte Rennen. Das hat uns auch in anderen Runden schon Probleme gemacht", sagte Schümann.

Im entscheidenden Manöver auf etwa halber Strecke des Kurses hatte die "USA-76" nach einer selbst verursachten Kollision mit "Alinghi" von den Schiedsrichtern eine Strafe kassiert. Zwar konnten Skipper Chris Dickson und seine Crew die "Alinghi" bei leichten Winden erstmals überholen und ihren Vorsprung bis zur Ziellinie sogar auf rund 120 Meter ausbauen, doch der dann zu absolvierende "Strafkringel" kostete Zeit - und den möglichen ersten Sieg.

"Alinghis" rot-grauer Bug schob sich eine Sekunde schneller als der anthrazitfarbene der Oracle über die Ziellinie. Doppeltes Pech für die Amerikaner: Sie hatten beim hektischen Absolvieren der "Strafrunde" die Tonne berührt und mussten anschließend eine weitere Runde drehen. So gewann "Alinghi" den Segelkrimi schließlich mit komfortablem Vorsprung von 1:01 Minuten. Schümanns Zwischenbilanz: "Oracle BMW Racing hat alles, was man zum Siegen braucht. Die können uns noch schlagen, wenn sie alles richtig und wir Fehler machen."

Während "Alinghi" weiter auf der Erfolgswelle segelt, winken die Gründer der rechtspopulistischen Vereinigung "BlackHearts" in Auckland mit der weißen Flagge. Der umstrittene Fanclub, der öffentlich gegen ehemalige neuseeländische Segler in Diensten ausländischer Kampagnen hetzt, war zuletzt als möglicher Mitverursacher von Drohbriefen gegen "Alinghis" neuseeländische Teammitglieder in die Kritik geraten.

"Trotz unserer Bemühungen, uns von der schmutzigen Drohbrief- Aktion zu distanzieren, ist unsere Kampagne missbraucht worden. Wir werden keine öffentlichen Kommentare mehr abgeben", betonte Fanclub- Gründer David Walden. Schümann begrüßte den Rückzieher: "Wir hoffen natürlich, dass damit auch die Verrückten ruhig gestellt sind und sich auf dem Rückzug befinden."

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