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10.01.2001

13:43 Uhr

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Bislang keine Anhaltspunkte auf nicht korrekte EM.TV-Wirtschaftprüfung

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München haben bis jetzt keine Hinweise auf nicht korrkte Einschätzungen durch Wirtschaftsprüfer beim Medienkonzern EM.TV Merchandising AG ergeben.

vwd MÜNCHEN. Die Staatsanwaltschaft München hat bisher keine Anhaltspunkte für nicht korrekte Einschätzungen der Geschäftsvorgänge beim angeschlagenen Medienkonzern EM.TV & Merchandising AG, Unterföhring, durch Wirtschaftsprüfer. Wie Oberstaatsanwalt Manfred Wick am Mittwoch auf Anfrage erklärte, ergibt sich aus den bereits ausgewerteten Unterlagen kein Hinweis. Die Ermittlungen gegen das Unternehmen und den Vorstandsvorsitzenden, Thomas Haffa, sowie dessen Bruder und ehemaligen Finanzvorstand, Florian Haffa, dauerten an. Bis zu welchem Zeitpunkt sie abgeschlossen sein werden, kann Wick nach eigenen Angaben frühestens Ende kommender Woche absehen.

Die Landesgeschäftsführerin der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertbesitz (DSW), Daniela Bergdolt, hat einen Bericht des Wirtschaftsmagazins "Focus-Money" richtig gestellt, wonach sie vermute, dass die Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers GmbH einige wesentliche Geschäftsvorgänge bei EM.TV nicht korrekt eingeschätzt hätten. "Wir gehen derzeit allen Anhaltspunkten nach und prüfen die Geschäftsvorfälle sowie auch die Prospekthaftung nach der Kapitalerhöhung", sagte Bergdolt am Mittwoch auf Anfrage. Sollten sich gesicherte Anhaltspunkte über nicht korrekt eingeschätzte Geschäftsvorgänge ergeben, so stünden dafür zunächst Vorstände, Wirtschaftsprüfer und Aufsichtsräte "im Feuer", erklärte sie.

Joint Venture von CE Consumer Electronic auf Eis gelegt



Falls sich dann eine entsprechende Mehrheit fände, werde in der Hauptverammlung Mitte des Jahres eine Sonderprüfung beantragt. Die DSW bereitet zurzeit eine Klage gegen EM.TV vor. Bis dato hätten sich um die 900 geprellte EM.TV-Aktionäre bei der DSW gemeldet. Der Vorstandsvorsitzende der ce Consumer Electronic AG, München, Erich J. Lejeune, hat dagegen einen Bericht von "Focus-Money" bestätigt, wonach er das Joint Venture "Virtual Licence Exchange" mit EM.TV auf Eis gelegt hat. Er habe in dieser Woche Thomas Haffa in einem Brief mitgeteilt, das Projekt so lange einzustellen, bis die Zukunft von EM.TV geklärt sei.

"Wir verurteilen EM.TV nicht, aber wir wollen die Entwicklung von EM.TV einfach abwarten und gegebenenfalls auch mit einem Nachfolger das Projekt weiterführen", erklärte Lejeune. ce Consumer stelle die Technik zur Verfügung, der inhaltliche Content für die Internet-Plattform müsse von EM.TV kommen. Dieser sei aber bislang recht spärlich gewesen. Derzeit liege man rund einen Monat im Verzug. ce Consumer habe dadurch "keinerlei hohe Kosten", sagte Lejeune. Sein Unternehmen und die kanadische Media Grif seien an dem im Mai gegründeten Joint Venture mit jeweils 25 % beteiligt, EM.TV mit 50 %. Das Joint Venture habe ein Stammkapital von 200 000 Euro.

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