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20.02.2002

22:32 Uhr

Blue Chips als "sicherer Hafen"

US-Börsen schließen fester

Die Blue Chips haben am Mittwoch an den New Yorker Aktienmärkten von der Suche der Investoren nach einem "sicheren Hafen" profitiert und in der zweiten Handelshälfte deutliche Kursgewinne verzeichnet.

rtr NEW YORK. Sorgen um mutmaßliche Bilanz-Unregelmäßigkeiten des Softwarekonzerns Computer Associates überschatteten jedoch weiterhin den Markt und belasteten einzelne Aktien, sagten Händler. Der Standardwerte-Index Dow Jones gewann 2,01 % auf 9 941,17 Zähler. Der technologielastige Nasdaq Composite legte 1,43 % auf 1 775,58 Punkte zu. Der breit gefasste S&P-Index notierte mit einem Plus von 1,35 % auf 1 097,98 Punkten.

"Der Markt versucht heute sich gegen die Verluste der vergangenen Tage zu stemmen", sagte Stanley Nabi, Geschäftsführer bei Credit Suisse First Boston. "Die Anleger suchen Unternehmen, die sie verstehen, Firmen mit mehr oder weniger einem einzigen Produkt." Von der "Flucht in die Qualität" profitierten nach Händlerangaben unter anderem Dow-Werte wie Alcoa. Die Aktien des weltgrößten Aluminiumproduzenten gewannen 3,86 % auf 36,61 Dollar.

Einzelne Aktien litten jedoch trotz des festen Markttrends unter den anhaltenden Sorgen um Bilanzierungspraktiken. Die Blicke richteten sich dabei vor allem auf den weltweit viertgrößten Hersteller von Computersoftware, Computer Associates (CA). Nach einem Zeitungsbericht der "New York Times" prüft die Staatsanwaltschaft, ob CA zu hohe Gewinne zur Steigerung des Aktienkurses und zur Bereicherung von Vorständen ausgewiesen hat. Die Aktie des Unternehmens brach 17,38 % auf 20,91 Dollar ein. Computer Associates wies die Anschuldigungen zurück.

Die Titel des Mediengiganten AOL Time Warner gaben rund fünf Prozent auf 24,20 Dollar nach und waren der umsatzstärkste Wert an der New York Stock Exchange. Die US-Investmentbank Lehman Brothers hatte die Aktie des Unternehmens zuvor auf "Market Perform" von "Buy" zurückgestuft und die Wachstumsaussichten für den Internetbereich sowie die Tochter AOL pessimistischer bewertet. Die Titel des Energieversorgers AES Corpbüßten rund 10,5 % auf 4,25 Dollar ein. Die US-Ratingagentur Moody's hatte zuvor angekündigt, sie erwäge eine Herabstufung der Ratings für das hochverschuldete Unternehmen. Die Ratingagentur Fitch hatte bereits am vergangenen Donnerstag ihre Bewertung für die Schuldverschreibungen und Wandelanleihen des Konzerns gesenkt. "Diesen Markt als volatil und unsicher zu bezeichnen, ist untertrieben", sagte Allen Ashcroft, Fund Manager bei Allied Investment Advisors.

Die Titel des Mikrochip-Herstellers Agilent Technologies kletterten rund 10,8 % auf 28,86 Dollar. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, nach einem erneuten Quartalsverlust seien Anzeichen für eine Erholung in einigen Geschäftsbereichen zu erkennen.

An den US-Bondmärkten verloren die richtungweisenden zehnjährigen Notes 5/32 auf 99-27/32 Punkte und rentierten mit 4,89 %. Die 30-jährigen Bonds büßten 3/32 auf 99-24/32 ein zu, wobei sich eine Rendite von 5,39 % ergab.

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