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02.05.2003

13:37 Uhr

Bluttat im Rathaus

Amokläufer auf Sizilien tötet fünf Menschen

Ein Sizilianer hat bei einem Amoklauf in einem Rathaus bei Catania den Bürgermeister und vier weitere Menschen erschossen. Ein weiteres Opfer wurde nach Angaben der Polizei durch Schüsse verletzt. Der mit einer Pistole bewaffnete 32-jährige Hilfsarbeiter der Gemeinde konnte nach der Bluttat flüchten.

HB/dpa CATANIA. Unter der Bevölkerung des kleinen Ortes Aci Castello breitete sich Panik aus. "Die Menschen gehen kaum auf die Straße. Sie verbarrikadieren sich aus Angst vor dem Mörder in ihren Häusern", berichtete ein Dorfbewohner.

Den Informationen der Polizei zufolge verlangte der Täter am Freitag aus unbekannten Gründen, den Bürgermeister zu sprechen. Als dieser keine Zeit hatte, verließ er erregt das Rathaus und kehrte kurz darauf mit einer Waffe zurück. Zunächst tötete der Amokläufer den Bürgermeister, der hauptberuflich als Frauenarzt arbeitet. Die nächsten Opfer waren ein Gemeindeangestellter sowie zwei Frauen in einem Nebengebäude. Das fünfte Opfer des Amokläufers war ein Rentner, der sich vor dem Rathaus auf einer Bank sonnte.

Augenzeugen berichteten, der Schütze sei mit seiner Waffe in der Hand geflüchtet. Die Polizei leitete sofort eine Großfahndung ein. Der Täter ist in der Gemeinde bekannt und soll geistig gestört sein. Augenzeugen sagten, er sei zu Fuß an den Rand des Dorfes geflüchtet. "Giuseppe, gib bitte auf!", rief der Dorfpfarrer den Amokläufer über Radio auf. "Schieß' nicht mehr! Auch nicht auf Dich selbst!"

Augenzeugen standen nach der Bluttat unter Schock. Mehrere Menschen flüchteten in Panik aus dem Rathaus auf die Dorf-Piazza. "Ich war in einem Nebenzimmer, und plötzlich hörte ich Schüsse. Dann sah ich die Leiche des Bürgermeisters", sagte ein junger Mann. "Ich bin nur gerannt, um weg zu kommen", berichtete ein anderer.

"Es handelte sich bei dem Täter sicherlich um einen psychisch Gestörten", sagte ein Polizeibeamter. Man habe in seiner Wohnung ein kleineres Waffenarsenal gefunden. Außerdem hieß es, der Todesschütze habe in der Vergangenheit bereits seinen Bruder mit einer Axt attackiert.

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