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09.01.2001

13:22 Uhr

BMW mit Rekordabsatz im abgelaufenen Jahr

Deutsche Autokonzerne optimistisch für das Jahr 2001

Die deutschen Autohersteller haben auf der Autoschau in Detroit gestiegene Absatzzahlen für 2000 vorgelegt und sich trotz abflachender US-Konjunktur optimistisch für 2001 gezeigt.

Reuters DETROIT. Daimler-Chrysler , VW , BMW und Porsche erklärten heute, die Nachfrage sei anhaltend stark und die Aussichten für 2001 seien positiv. Daimler-Chrysler sagte für die Sparte Pkw Mercedes/Smart ein erneutes Plus voraus. VW teilte mit, 2000 sei mit über fünf Mill. Fahrzeugen ein neuer Rekord erreicht worden. Für 2001 werde ein deutlicher Absatzzuwachs angestrebt. Auch BMW zeigte sich zuversichtlich, den Rekordabsatz von 2000 noch zu übertreffen. Porsche nannte seinen Auftragsbestand beeindruckend.



Daimler-Chrylser Vorstand geht von Absatzzuwachs aus

Der für Mercedes und Smart verantwortliche Daimler-Chrylser Vorstand Jürgen Hubbert sagte in einem Reuters-Interview zu den Geschäftsaussichten für 2001, er gehe von einem erneuten Absatzzuwachs aus. Beim Kleinwagen Smart bestehe nach der Absatzsteigerung auf 102 000 Fahrzeuge im vergangenen Jahr die Chance auf eine zehnprozentige Steigerung 2001. Solch ein Zuwachs sei bei Mercedes-Pkw nicht zu erwarten, jedoch spreche alles dafür, dass auch hier der Rekordabsatz des Vorjahres von 1,05 Mill. Fahrzeugen nochmals leicht übertroffen werde.

Im vergangenen Jahr hatte die Pkw-Sparte Mercerdes/Smart ihren Umsatz um gut 13 % auf mehr als 43 Mrd. Euro gesteigert. Zum Gewinn wollte sich Hubbert nicht äußern: "Wir haben ein gutes Ergebnis erzielt. Auf alle Fälle so, dass wir eine der besten Renditen in der Industrie haben werden." Weiter sagte Hubbert, der Konzern ziehe einen Austausch von Fahrzeug- Plattformen zwischen Chrysler und dem japanischen Partner Mitsubishi in Betracht. Zwischen der Marke Meredes und der Chrysler-Sparte werde es aber keinen Austausch von Plattformen geben.

Die Daimler-Tochter Chrysler teilte mit, der Absatz sei 2000 auf drei Mill. Fahrzeuge gesunken. 1999 hatte das Unternehmen 200 000 Fahrzeuge mehr abgesetzt. Die Umsätze seien wegen des starken Dollars um sechs Prozent auf 68 Mrd. Euro gestiegen. Für das vierte Quartal werde ein Verlust von rund 1,2 Mrd. $ erwartet. Im November hatte die Muttergesellschaft angesichts der Verluste die Führungsmannschaft ausgetauscht und mit Dieter Zetsche erstmals einen Deutschen zum neuen Chef ernannt. Im Interview mit Reuters wollte Zetsche keine Einschätzung dazu abgeben, wann die Wende bei Chrysler geschafft sei. Er verwies auf Aussagen von Konzernchef Schrempp, wonach es "zwei, drei bis vier Jahre" dauern könnte, bis Chrysler in alter Stärke wieder zurück sei.



Skoda mit starkem Zuwachs

Der Volkswagen-Konzern hat im abgelaufenen Jahr 2000 die Auslieferung aller Marken des Konzerns um 3,9 % auf einen neuen Rekordwert von 5,06 Mill. Fahrzeugen gesteigert. Dadurch habe der Weltmarktanteil der VW-Gruppe auf schätzungsweise 12,2 (Vorjahr 12,0) Prozent zugelegt. Vorstandsmitglied Jens Neumann sagte, für das laufende Jahr strebe sein Unternehmen auf dem US-Markt für die Marke Volkswagen trotz des erwarteten Marktrückgangs erneut einen deutlichen Absatzzuwachs an. Den stärksten Zuwachs habe die Marke Skoda mit einem Plus von 13 % erzielt, während die Marke Volkswagen um 2,3 % und die Marke Audi um drei Prozent zugelegt hätten.

Der Sportwagenhersteller Porsche spürt nach eigener Darstellung eine anhaltend starke Nachfrage und rechnet ungeachtet einer Abkühlung der Autokonjunktur auf seinem Hauptmarkt USA nicht mit wesentlichen Auswirkungen. Firmenchef Wendelin Wiedeking teilte mit, der Konzern gehe angesichts eines "sehr beeindruckenden Auftragsbestandes" weiterhin von einer Steigerung des Absatzes im Geschäftsjahr 2000/01 (zum 31. Juli) auf mehr als 50 000 (Vorjahr 48 797) Fahrzeuge aus.



BMW mit Rekordabsatz im abgelaufenen Jahr

Der Münchener Autokonzern BMW steigerte nach eigenen Angaben mit einem Rekordabsatz von Fahrzeugen im abgelaufenen Jahr seinen Marktanteil in Deutschland auf den höchsten Stand seiner Geschichte. Weltweit seien über 822 000 (Vorjahr 751272) Autos ausgeliefert worden, erklärte BMV-Vorstandschef Joachim Milberg. Dies entspreche einer Steigerungsrate von 9,4 %. Auch für 2001 äußerten sich Milberg und Finanzvorstand Helmut Panke zuversichtlich. "Wir haben allen Grund, äußerst positiv auf das eben begonnene Jahr zu schauen", sagte Milberg.

Neben Chrysler hatten die führenden US-Autohersteller General Motors und Ford unter der bereits schwächeren Konjunktur in den USA gelitten und ihre Produktionspläne für das erste Quartal 2001 gesenkt.

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