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15.02.2001

21:09 Uhr

Börse hat Ausschreibung gestartet

Stuttgarter Börse erwägt Plattform für Optionsscheine

Die Stuttgarter Börse hat im vergangenen Geschäftsjahr ihre Stellung im Optionsschein-Markt gefestigt und erwägt den Aufbau einer internationalen Plattform für den Handel mit Optionen. "Wir konnten unsere Position als beste Börse nach Frankfurt behalten und behaupten", sagte der scheidende Präsident der Boerse stuttgart AG, Rolf Limbach, am Donnerstag in Stuttgart.

Reuters STUTTGART. Beim Handel mit Optionsscheinen nehme die Regionalbörse weiterhin einen Spitzenplatz in Europa ein. Insgesamt seien aber trotz eines gestiegenen Orderaufkommens die Wertpapierumsätze gesunken.

Derzeit werde untersucht, wie eine Plattform für den börslichen und außerbörslichen Handel mit Optionsscheinen zu realisieren sei, sagte Börsenvorstand Peter Ladwig. Dazu habe die Börse eine Ausschreibung gestartet und befinde sich in Gesprächen mit verschiedenen Technologiefirmen. Falls dieses Projekt in Deutschland an den Start gehen sollte, könne schon im nächsten Jahr mit einer internationalen Erweiterung begonnen werden. Zum Investitionsvolumen des gemeinsam mit der Euwax Broker AG angepeilten Projekts sagte Ladwig, weder ein einstelliger noch ein zweistelliger Millionenbereich in DM würde die Regionalbörse schrecken.

Zur Geschäftsentwicklung der Börse in 2000 sagte Limbach, die Orderzahl sei im Monatsschnitt um ein rundes Viertel auf 898 000 gestiegen. Durch die Abschaffung der Mindestgröße von Orders an der Frankfurter Börse im Juni vergangenen Jahres sei der Marktanteil der baden-württembergischen Börse von bisher 19,7 % auf 15,1 % geschrumpft. Durch die Einführung neuer Dienstleistungen für Privatanleger sei aber mittlerweile mit einem Marktanteil von 17,5 % im Dezember die Trendumkehr erreicht worden. Die Wertpapierumsätze seien wegen eines Einbruchs bei den Rentenwerten um sieben Mrd. Euro auf 79,4 Mrd. Euro gefallen. Bei den Optionsscheinen habe die Stuttgarter Börse ihre dominierende Position mit einem Marktanteil von 66 % im deutschen Börsenhandel ausgebaut.

Zur wirtschaftlichen Entwicklung der im vergangenen Jahr in eine AG umgewandelten Regionalbörse hieß es, die Umsatzerlöse in der AG hätten leicht über 50 Mill. DM gelegen. Dabei sei ein Gewinn im zweistelligen Millionenbereich vor und nach Steuern erzielt worden. Ladwig stellte zudem klar, eine Fusion mit anderen Regionalbörsen mache für Stuttgart derzeit keinen Sinn. Auch gebe es keine Pläne, das Orderbuch für Privatanleger zu öffnen. Die Beteiligung an der Deutschen Börse AG von 1,3 % werde auf Grund der für das nächste Jahr erwarteten Steuerbefreiungen in 2001 nicht verkauft.

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