Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.05.2000

16:27 Uhr

rtr MÜNCHEN. Das neue europäische Luft- und Raumfahrtunternehmen EADS, das aus dem Zusammenschluss der DaimlerChrysler Aerospace und der französischen Aerospaitiale Matra entsteht, soll in einem halben Jahr an die Börse gebracht werden. Der Börsengang sei für Mai 2000 geplant, sagte der designierte Vorstandschef Rainer Hertrich der Dasa-Firmenzeitung "Aktuell" vom Montag und nannte damit erstmals Details zu dem Going Public. Die ersten beiden Führungsebenen der EADS sollten dabei bereits bis Weihnachten 1999 und der Geschäftsplan bis Februar kommenden Jahres stehen. Hertrich soll zusammen mit Philippe Camus an der Spitze des neuen Branchenriesen stehen. Der deutsche Manager äußerte den Wunsch, von Beginn an die spanische Casa als EADS-Gründungsmitglied mit einzubeziehen.

DaimlerChrysler Aerospace und Aerospatiale Matra Aerospatiale hatten Mitte Oktober ihre Absicht bekannt gegeben, zum führenden europäischen Branchenunternehmen mit rund 21 Mrd. Euro Umsatzvolumen und rund 89 000 Beschäftigten zu fusionieren. An dem neuen Großkonzern sollen DaimlerChrysler mit 30 %, französische Altaktionäre von Aerospatiale Matra - darunter der französische Staat mit 15 % - ebenfalls zu 30 % sowie freie Aktionäre zu 40 % beteiligt sein. An die Börse solle EADS gleich nach Vollzug der Fusion gehen, hieß es damals.

Hertrich dämpfte Befürchtungen, der geplante EADS-Firmensitz in den Niederlanden könne negative Auswirkungen auf die Mitbestimmung in den deutschen Betrieben haben. Er könne solche Auswirkungen nicht erkennen, sagte der der Firmenzeitung. Einen gravierende Arbeitsplatzabbau sehe ebenfalls nicht, denn es handle sich einen "Wachstums-Merger". Die neue Gesellschaft werde "stark wirtschaftlich ausgerichtet" sein. "Wir wollen und werden profitabel wachsen", sagte Hertrich, DaimlerChrysler werde als Aktionär dabeibleiben. "Es gibt für mich überhaupt kein erkennbares Anzeichen, dass DaimlerChrysler sein Engagement reduzieren möchte", sagte Hertrich.

Der Manager bestätigte aber, dass es für den Stuttgarter Konzern eine Ausstiegsklausel aus der EADS gibt. DaimlerChrysler habe das Recht, Anteile zurück zu geben und der französische Staat garantiere, entsprechende Anteile dann aufzunehmen. Hintergrund dieser Regelung sei ein denkbarer Fall, wenn eine Unternehmensentscheidung vom französischen Staat aus nicht- betriebswirtschaftlich Gründen blockiert werde. Für einen solchen Fall habe DaimlerChrysler daher "ein Gegenmittel".

Die Fusionspartner wollten die notwendigen Entscheidungen über die Führungsbesetzungen möglichst schnell treffen, um dann die neue Firma baldmöglichst vorzubereiten. Nationales Proporzdenken solle dabei weitestgehend ausgeschlossen werden. Danach solle die "Post-Merger-Integrationsphase" in Angriff genommen werden, in der es um die Detailstrukturierung und die Benennung von konkreten Synergiepotentialen gehe.

Wenn die Verhandlungen mit der spanischen Casa bis November abgeschlossen werden könnten, dann soll Hertrich zufolge die Casa als Fusionsgesellschaft von drei Partnern starten. Die Dasa hatte schon vor Bekanntgabe der Fusionsabsicht mit Aerospatiale Matra über ein Zusammengehen mit der Casa verhandelt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×