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26.01.2001

13:36 Uhr

Börsengang für Mitte Februar geplant

Geringe vorbörsliche Nachfrage nach Orange-Aktien

Die Nachfrage nach den vor dem Börsengang stehenden Aktien des europäischen Mobilfunkunternehmens Orange ist Aktienhändlern zufolge in Deutschland gering. Wertpapierberater deutscher Banken registrierten nur ein geringes Interesse von Privatanlegern an den Papieren.

Reuters FRANKFURT. Im vorbörslichen Handel (Telefonhandel per Erscheinen), der das Nachfrageverhalten widerspiegelt und eine Indikation auf den voraussichtlichen ersten Kurs von Börsenkandidaten liefert, wurden die Aktien am Freitag im Rahmen der Zeichnungsspanne von 11,50 bis 13,50 Euro notiert. Die Aktien mit Börsennotierung in Paris und London werden seit Montag Privatanlegern in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien zur Zeichnung angeboten.

Nach Angaben der auf den Telefonhandel spezialisierten Börsenmakler Schnigge AG ist der Umsatz mit Orange-Aktien "dünn". Täglich wechselten zwischen 2000 und 3000 Stücke im Telefonhandel den Besitzer, was bei einer Emission von mehr als 725 Mill. Aktien äußerst moderat sei. Als Kurse wurden 12,00 bis 13,20 Euro genannt.

Die Käufer der Aktien säßen in Großbritannien und Frankreich, wo die Marke und die Muttergesellschaft France Telecom bekannt seien, sagte der Schnigge-Aktienhändler Norbert Empting. Das Angebot der Aktien im deutschen Telefonhandel sei ein "Testballon" für die Nachfragereaktion auf ausländische Aktien, die in Deutschland lediglich im Freiverkehr gehandelt würden. Andere Aktienhändler und Wertpapierberater führten die geringe Nachfrage auch auf das derzeitige Börsenklima zurück. "Die Nachfrage nach den Aktien ist genauso schwach wie derzeit die Börse", sagte ein Wertpapierberater in einer Filiale einer großen deutschen Bank. Vor einem Jahr - auf dem Höhepunkt der Euphorie über die Telekommunikationsbranche - wäre die Nachfrage sicherlich höher gewesen, hieß es. "Die Anleger sind müde", sagte ein Händler.

Bei dem ebenfalls auf den Telefonhandel spezialisierten Handelshaus Lang & Schwarz wurde die "ruhige" Nachfrage nach den Orange-Stücken damit begründet, dass Orange kein deutsches Unternehmen sei und auch nicht an das Wachstumssegment Neuer Markt strebe. Auch sei der jüngste Schwung aus den Technologietiteln wieder raus, sagte Guido-Guiseppe Amato von Lang & Schwarz. Aus seiner Sicht ist Orange kein Wert für Privatanleger.

Den Zeichnungspreis für die Aktien des international operierenden Mobilfunkunternehmens nannten Händler als weitgehend fair. Ein Schnäppchen seien die Aktien allerdings gewiss nicht, sagte der Schnigge-Händler. Für sein Geld bekomme man jedoch Aktien von einem der größten Branchenunternehmen hinter dem weltgrößten Anbieter Vodafone. Die Aktien des kleineren Konkurrenten Telefonica Moviles notieren derzeit bei rund 10,5 Euro nach einem Ausgabepreis von elf Euro. Die Aktien des italienischen Mobilfunkanbieters Telecom Italia Mobile kosteten am Freitag 8,86 Euro. Analysten und Fondsmanager hatten die Preisspanne für Orange nach dem Kursrutsch für Telekom-Werte als zu hoch bezeichnet.

Der für Mitte Februar geplante Börsengang von Orange gilt in der Branche als Testfall für die geplanten Emissionen von Aktien von weiteren Mobilfunkgesellschaften. So wollen der niederländische Konzern KPN, die Deutsche Telekom und die British Telecom in diesem Jahr Minderheitsanteile ihrer Mobilfunktöcher an der Börse platzieren. Nach mehrmaligem Eigentümerwechsel gehört die vor allem in Großbritannien aktive Mobilfunkmarke Orange zu France Telecom. Ursprünglich zählte Orange zum Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa. France Telecom hält über eine Minderheitsbeteiligung auch Kapital am deutschen Mobilfunkunternehmen MobilCom. Orange soll als globale Mobilfunkmarke von France Telecom ausgebaut werden.

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