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10.07.2000

06:27 Uhr

Börsengang zweifach überzeichnet

EADS-Aktie geht für 19 € an die Börsen

Die Aktie des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS kostet 19 ? und damit weniger als ursprünglich erwartet. Die Aktie ist nach Angaben des beteiligten Bankenkonsortiums zweifach überzeichnet.

dpa/ap MÜNCHEN/PARIS. "Die Nachfrage ist ungefähr doppelt so groß wie das Angebot", teilte der Konzern am Sonntagabend in München mit, einen Tag vor der ersten Notierung an den Börsen in Paris, Frankfurt am Main und Madrid. Der jetzige Platzierungspreis liegt rund 2,5 Prozent unter dem Wochenschlusskurs der Aktie von Aerospatiale Matra am vergangenen Freitag.

Die Aktien der European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) sollen heute (10. Juli) ab zwölf Uhr an den Börsen in Paris, Madrid und Frankfurt gehandelt werden.

In der EADS schließen sich die DaimlerChrysler Aerospace (DASA/München), die französische Aerospatiale Matra und die spanische CASA zum weltweit drittgrößten Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern mit fast 45 Mrd. DM (23 Mrd. ?) Umsatz und 96 000 Beschäftigten zusammen. EADS verfügt über einen Anteil von 80 Prozent an der neuen Airbus-Gesellschaft und ist weltweit die Nummer eins im Hubschrauber- und Weltraumtransport-Geschäft (Arianespace).

Das Interesse für die Aktien des neuen Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzerns sei auf privater Seite stärker gewesen als unter den institutionellen Investoren. Die institutionellen Anleger hätten erst in letzten beiden Tagen vor Ende der Zeichnungsfrist stärker geordert, sagte der Sprecher des Bankenkonsortiums. Dies sei durchaus üblich, weil der EADS-Börsengang eher als Zweitplatzierung angesehen werde, da Aerospatiale Matra bereits an der Börse notiert sei.

Börsengang gehört zu größten europäischen Aktienemissionen des Jahres

EADS-Co-Chef Philippe Camus hatte am Samstag in Paris, die Reaktion der Investoren als "gut, aber nicht außergewöhnlich gut" bezeichnet. Dagegen sei die Nachfrage der privaten Seite "sehr gut" und die gesamte Operation erfolgreich, erklärte Camus während einer außerordentlichen Generalversammlung der Aerospatiale Matra. Der Sprecher des Bankenkonsortiums bestätigte, dass die Nachfrage der privaten Anleger sehr stark gewesen sei.

Der EADS-Börsengang gehört zu den größten europäischen Aktienemissionen des Jahres und ist die erste, die zeitgleich in drei Ländern stattfindet. Insgesamt sollen bis zu 166,5 Mill. Aktien platziert und gut drei Mrd. Euro erlöst werden. Die Aktionäre von Aerospatiale Matra stimmten auf der außerordentlichen Versammlung erwartungsgemäß der Auflösung des Konzerns zu, der in der neuen EADS aufgeht. Mit 99,98 % war die Befürwortung nahezu einhellig. Die Aktionäre bekommen pro Aktie von Aerospatiale Matra eine der EADS.

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