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02.08.2000

18:45 Uhr

Von ANDREAS HOFFBAUER. Eigentlich wissen das alle: Eine Firma, mit fast einer Milliarde Mark bewertet und mit einigen Hundert Angestellten in mehreren Ländern Europas, lässt sich nicht so locker schmeißen wie eine rauschende Party. Den beiden jungen Gründern des Online-Modekaufhauses Boo.com war dies anscheinend nicht bewusst. Innerhalb von nur 18 Monaten haben sie ihre gute Geschäftsidee, im Internet Trendkleidung zu verkaufen, mit Pauken und Trompeten in den Sand gesetzt. Wie schon beim misslungenen Börsenstart des Internetreiseanbieters Lastminute.com stellt sich beim ersten großen Konkurs der Branche die Frage, welche Rolle Banken und Eigentümer hinter den Kulissen spielen. Es wird immer klarer, dass die einen die Bewertungen junger Internetfirmen hochjubeln, die anderen eigentlich gar kein echtes Interesse am Geschäft haben. Sicher: Die Boo.com-Chefs haben schwere Managementfehler gemacht. Doch wer hat die 29-Jährigen beraten?



Fieber und Kollaps liegen eng beieinander. In der Pleite von Boo.com jedoch bereits den Zusammenbruch der Internetszene in Europa zu sehen ist übertrieben. Nach jeder Gründerwelle gibt es nach kurzer Zeit großen Kapitalbedarf, trennt sich die Spreu vom Weizen. Dennoch ist in Zukunft mehr Vorsicht angebracht. Eine flotte Idee ist noch keine Strategie. Nichts Neues? Old und New Economy liegen eben gar nicht so weit auseinander.

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