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29.05.2000

10:39 Uhr

afp SUVA. Nach schweren Unruhen in Fidji im Zusammenhang mit dem Outsch in Fidschi hat das Militär am Montag nach eigenen Angaben die Kontrolle über die Hauptstadt Suva übernommen. Soldaten bezogen Stellungen an strategisch wichtigen Stellen der Stadt und errichteten Straßensperren, wie ein AFP-Reporter berichtete. Kurz zuvor hatte die Armee eine Ausgangssperre ab 18 Uhr Ortszeit (08.00 Uhr MESZ) verhängt. Alle Reservisten unter 55 Jahren wurden über Rundfunk aufgerufen, sich in Suva einzufinden. Der Schritt folgte nach einem Treffen von Armeechef Frank Bainimarama und Präsident Ratu Sir Kamisese Mara. Hunderte von Anhängern des Putschistenführer George Speight, begannen das Gelände um das Parlament zu verlassen. Dort hielten die Putschisten weiterhin den bisherigen Regierungschef Mahendra Chaudhry sowie mehr als 30 Abgeordneten als Geiseln fest.

Die Soldaten begannen die Barrikaden und den Stacheldrahtverhau rund um das Parlamentsgebäude abzubauen. Das Militär hatte die Reservisten in einer Rundfunkbotschaft aufgefordert, zur Queen-Elizabeth-Kaserne in Suva zu kommen. Ein Polizist starb, nachdem er bei den Unruhen während der Besetzung des staatlichen Fernsehens am Sonntag durch die Putschisten angeschossen worden war. Dem Fernsehen zufolge erlag er im Krankenhaus seinen Verletzungen. Mehr als hundert mit Gewehren und Messern bewaffnete Jugendliche waren in die Büros des Senders eingedrungen. Putschistenführer Speight hatte am Sonntag den Rücktritt des Präsidenten verlangt. Er kündigte an, den Pazifikstaat ein Jahr lang mit Erlassen regieren zu wollen. Die Botschaft der Vereinigten Staaten riet unterdessen allen US-Bürgern, Suva zu verlassen.

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