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24.02.2002

19:00 Uhr

Branche kommt nicht vom Fleck

Junghans setzt auf Uhren mit Computer-Anschluss

Die Armbanduhr als einfacher Zeitmesser hat ausgedient. Künftig lassen sich mit Uhren Schlösser öffnen, Rechnungen bezahlen und Videos ausleihen.

jojo MÜNCHEN. Die vom deutschen Marktführer Junghans Uhren GmbH entwickelte so genannte Future-Watch vereinigt durch einen eingebauten Chip Dutzende Aufgaben, die heute mit Plastikkarten oder Schlüsseln erledigt werden. Über Lesegeräte bekommt die Uhr direkten Zugang zum Internet.

Für rund 600 Euro sind solche Uhren schon bald bei den Juwelieren zu haben. Junghans-Chef Hans-Jürgen Bublath setzt damit die Strategie fort, in höhere Marktsegmente vorzustoßen. Denn während der Absatz günstiger Uhren eher schleppend verläuft, ist mit teuren Produkten gutes Geld zu verdienen. "Der Luxus-Bereich wird immer wichtiger", ist auch der Deutschland-Chef von Seiko, Jörg Burghardt, überzeugt. Branchenexperten sprechen von guten Absatzchancen sogar in hohen Preislagen zwischen 900 und 1 800 Euro.

Junghans will im Export zulegen

Große Sprünge sind in der Branche dennoch nicht zu machen. Die Schmuck- und Uhrenhändler hier zu Lande hatten vergangenes Jahr mit etwa 3,6 Mrd. Euro knapp 3 % weniger in den Kassen als 2000. Die einheimische Uhrenindustrie verbuchte dagegen ein leichtes Plus von etwa 1 %, teilten die Fachverbände auf der Messe Inhorgenta mit, die am heutigen Montag endet.

Junghans will im laufenden Jahr vor allem im Export zulegen. Die schon vergangenes Jahr angekündigte Expansion nach Japan soll jetzt endlich klappen. Weil einige Töchter nicht mehr in die Bilanz einflossen, fiel der Umsatz der Schwarzwälder im Jahr 2001 von 78 Mill. Euro auf 69 Mill. Euro, bei weiterhin schwarzen Zahlen. Die Traditionsmarke gehört zum Luxusgüter-Konzern Egana-Goldpfeil.

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