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15.01.2003

19:00 Uhr

Breitbandoffensive

Telekom rüstet Ostdeutschland auf

Die Deutsche Telekom will ihr Festnetzgeschäft durch die forcierte Vermarktung von umsatzstarken Telefonanschlüssen und neuartigen Dienstleistungen stärken und hat 2002 im Festnetzbereich nach eigenen Angaben ein "solides Geschäft" mit stabilem Umsatz verzeichnet.

Reuters BONN. Um auch in Ostdeutschland die dort bislang nur eingeschränkt verfügbare DSL-Technik für schnelle Internet-Verbindungen verstärkt vermarkten zu können, rüstet die Telekom nach eigenen Angaben vom Mittwoch trotz ihrer Sparbemühungen das Telefonnetz in den neuen Ländern für rund 730 Millionen Euro auf. Darin ist ein Auftrag an Siemens über die Lieferung von Vermittlungstechnik in Höhe von 500 Millionen Euro enthalten. Der größte europäische Telekommunikationskonzern will zudem im Jahresverlauf ein Pilotprojekt zum Versand von Bild- und Ton-Mitteilungen im Festnetz und ein Bezahlsystem für den Einkauf im Internet starten.

Festnetzsparte ist Rückgrat der Telekom

Die Festnetzsparte "ist und bleibt ein zuverlässiger Wachstumsmotor der Deutschen Telekom", sagte das zuständige Telekom-Vorstandsmitglied Josef Brauner. Im vergangenen Geschäftsjahr habe die im Konzern bei Umsatz und Ergebnisbeitrag dominierende Festnetzsparte T-Com "eine solide Entwicklung" verzeichnet. An die stabile Umsatzentwicklung in den ersten drei Quartalen habe sich im vierten Quartal ein Weihnachtsgeschäft mit "beachtlichen Absatzerfolgen" angeschlossen. "Die T-Com ist damit ihrer Rolle und den an sie gestellten Erwartungen als Rückgrat des Konzerns in jeder Hinsicht gerecht geworden", sagte Brauner.

Nähere Angaben zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung machte Brauner nicht und verwies auf die Bilanzpressekonferenz im Frühjahr. In den Kernbereichen habe das Festnetzgeschäft der Telekom jedoch im Gegensatz zum stagnierenden Branchenabsatz "erhebliche Steigerungsraten" aufgewiesen. Der Bestand der umsatzstarken Telefonanschlüsse via ISDN und DSL sei im vergangenen Jahr um mehr als zehn beziehungsweise um rund 40 Prozent im Vergleich zum Stand von Ende 2001 gestiegen.

Konstanter Zuwachs bei DSL-Anschlüssen

Im laufenden Jahr soll die Zahl der ISDN- und DSL-Anschlüsse weiter steigen, für die die Telekom höhere Grundgebühren als für analoge Anschlüsse verlangt. Während bei DSL bis zum Jahresende 2003 ein konstantes Wachstum um rund 900 000 Kunden auf dann rund vier Millionen erwartet wird, wird sich der Zuwachs bei ISDN-Anschlüssen im Privatkundengeschäft auf 700 000 bis 800 000 nach einem Anstieg von einer Million im abgelaufenen Jahr abschwächen. Mittlerweile haben rund 22 Prozent der rund 40 Millionen Privathaushalte in Deutschland einen ISDN-Anschluss, das sind fünf Prozentpunkte mehr als Ende 2001.

Der Absatz von DSL-Anschlüssen soll auch 2003 weiter kräftig wachsen. Wie 2002 sollen im laufenden Jahr rund 900 000 DSL-Anschlüsse verkauft werden, bei denen den Kunden hohe Datenübertragungsraten bei der Internet-Nutzung zur Verfügung stehen. Ende 2002 verzeichnete die Telekom 3,1 Millionen DSL-Anschlüsse.

Osten wird fit für DSL gemacht

Um das Geschäftspotenzial mit DSL zu vergrößern, sollen in Ostdeutschland von diesem Jahr an Teile der dortigen Glasfasernetze aufgerüstet und DSL-fähig gemacht werden. Siemens erhielt dazu von der Telekom einen Ausrüstungsauftrag mit einer Laufzeit von vier Jahren und einem Volumen von rund 500 Millionen Euro. Durch den Netzausbau könnten zunächst mehrere 100 000 Kunden in den ostdeutschen Ländern erstmals einen schnellen Internet-Zugang erhalten, hieß es. Die im Osten verlegten Glasfasernetze lassen bislang keine DSL-Anschlüsse zu.

Die Festnetzsparte der unter einem hohen Schuldenberg leidenden Telekom soll auch von neuen Dienstleistungen profitieren. Im Jahresverlauf soll es wie bereits im Mobilfunk möglich werden, Bild-, Sprach- oder Tondateien über das Festnetz zu verschicken. Zudem soll die Palette der möglichen DSL-Anschlüsse um Varianten mit höheren Datenübertragungsraten bis zu 2,3 Megabit pro Sekunde erweitert werden.

Ferner will die Telekom im Verlauf des Jahres ihren mehr als 50 Millionen Kunden in Deutschland einen neuen Bezahlstandard für das Einkaufen im Internet schmackhaft machen. Die Kunden sollen ihre Einkäufe über die Telefon-Rechnung, Guthabenkarte, per Lastschrift oder Kreditkarte abrechnen können.

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