Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2003

20:25 Uhr

Brennstäbe abtransportiert

USA beunruhigt über Treiben in Nordkorea

Amerikanische Spionagesatelliten haben in Nordkorea verdächtiges Treiben am Reaktorzentrum in Yongbyon entdeckt. Dort seien offenbar gebrauchte Brennstäbe abtransportiert worden, was die Absicht Nordkoreas unterstreiche, Atomwaffen zu bauen, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Richard Boucher, am Freitag in Washington.

HB/dpa WASHINGTON. "Ein Abtransport der verbrauchten Brennstäbe in Yongbyon wäre eine sehr ernst zu nehmende Entwicklung und ein Schritt in die falsche Richtung", sagte Boucher.

Auf den Satellitenbildern seien zahlreiche Lastwagen an dem Lagergebäude des Zentrums zu sehen gewesen, berichtete die "New York Times". Es sei anzunehmen, dass dort Brennstäbe weggeschafft wurden. Sollte Nordkorea tatsächlich mit der Waffenproduktion begonnen haben, habe das Land bis Ende März genügend Plutonium für etwa ein halbes Dutzend Atomwaffen, zitierte die Zeitung Regierungsbeamte.

Die US-Regierung will, dass die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) wegen des Atomprogramms in Nordkorea den Weltsicherheitsrat anruft, der über Sanktionen entscheiden könnte. Einen neuen Vorstoß kündigte Boucher aber nicht an.

Die Brennstäbe werden seit der Schließung des nordkoreanischen Reaktors 1994 aufbewahrt. Nordkorea wies die internationalen Inspekteure, die die Anlage seitdem überwachten, im Dezember aus. Pjöngjang hatte zuvor ein geheimes Atomwaffenprogramm zugegeben. Nordkorea brauche die Waffen zur Abschreckung, besonders nachdem US- Präsident George W. Bush Nordkorea als Teil einer "Achse des Bösen" bezeichnet hatte, argumentiert Pjöngjang.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×