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04.01.2001

17:17 Uhr

afp LONDON. Die britische Regierung erwägt offenbar die Anschaffung von Bomben, die als besonders grausam geächtet werden. Das Verteidigungsministerium in London bestätigte am Donnerstag, dass es sogenannte thermobarische Bomben kaufen will, die zur Familie der Vakuum- und Benzin-Luft-Bombe zählen. Diese werden von Menschenrechtsgruppen als besonders grausam eingestuft. Sie wurden von der russischen Armee beim Kampf um die tschetschenische Hauptstadt Grosny eingesetzt. Sie töten die Opfer auf besonders grausame Weise, oftmals durch einen Kollaps der Lungen.

Nach Angaben des Londoner Verteidigungsministeriums ist die Variante, deren Kauf erwägt werde, kleiner und ausgereifter als die russische. Ihr Explosionsradius sei nicht größer als 30 Meter. Falls die britische Regierung diese Waffen erwirbt, sollten sie vor allem zur Bekämpfung von Heckenschützen eingesetzt werden, die sich in Häusern verschanzen. In der Erklärung des Verteidigungsministeriums wird betont, dass die Anschaffung der Bombe in Übereinstimmung mit internationalem Recht stehe.

Die russische Vakuumbombe tötet durch eine Wolke hochexplosiven Benzin-Luft-Gemishs, das sich bei Explosion um den Aufprallort verbreitet. Wird das Gemisch entzündet, entsteht eine todbringende Detonation. Die Opfer sterben entweder durch die Wucht der Explosion an einem durch das Vakuum hervorgerufenen Kollaps. Die Bomben werden nicht explizit von der Genfer Kriegsführungskonvention geächtet.

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