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08.06.2000

16:42 Uhr

Britischer Sieg finanzpolitisch nicht sinnvoll

Eine deutsche Verteidigung des EM-Titels würde den Euro stützen

Die Europäischen Meisterschaft könnte den Euro stützen und in der Euro-Zone einen Nachfrageschub geben. Dabei würde ein Sieg der schwächelnden deutschen Mannschaft der Region am meisten nützen, erläuterte ABN Amro-Chef-Volkswirt Robert van den Bosch.

dpa-afx LONDON."Der günstigste Ausgang wäre der Sieg einer Mannschaft, die eine große Wirtschaft mit schwacher Verbrauchernachfrage hinter sich hat," sagte van den Bosch. Bei Unterdrückung seiner privaten Vorliebe, ersehn er sich ein Finale mit italienischer und deutscher Beteiligung, da die Verbrauchernachfrage in beiden Ländern derzeit schwach sei.

Ein derartiger Ausgang könne erreichen, was der EZB bislang nicht gelungen sei: ein Schub für die Wirtschaftsaktivität in der Euro-Zone, wovon auch der Euro profitieren würde. Als Deutschland im Juli des Jahres 1996 das Turnier gewann, sei der Rückgang des Verbrauchervertrauens gestoppt worden und die Nachfrage habe sich nachhaltig verbessert, erläuterte der Volkswirt.

Van den Bosch würde einen Sieg der britischen Mannen um Chef-Coach Kevin Keegan nur ungern sehen, da die heiß laufende britische Konjunktur bereits unter der Sterling-Stärke leide und bei nationaler Begeisterung und einem Nachfrageboom die Zinsen angehoben werden müssten. Damit gewinne das Pfund-Sterling noch weiter an Wert und belaste die Konjunktur.

Gleiches gelte für einen Sieg der brilliant spielenden Holländer. Sollten die "Orangenen" gewinnen, würde eine dann steigende Nachfrage die Konjunktur auf ein ungesund hohes Niveau heben, sagte der Ökonom.

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