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25.05.2000

10:49 Uhr

ap WIESBADEN. Die Brutto-Durchschnittslöhne in Deutschland sind in den vergangenen 50 Jahren um das Achtzehnfache gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte, verdiente ein Arbeitnehmer in der Bundesrepublik 1950 durchschnittlich 243 DM brutto im Monat. Er musste elf DM Lohnsteuer sowie 19 DM Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung abführen. In der Lohntüte hatte er also 213 DM.

Ungleich höher ist der Bruttoverdienst 1999: Im vereinten Deutschland verdiente ein Arbeitnehmer im vergangenen Jahr durchschnittlich 4 270 DM monatlich, also fast 18 Mal mehr als sein Kollege 1950. Die Abzüge (Lohnsteuer 849 DM, Sozialbeiträge 711 DM) stiegen überproportional: 1950 waren lediglich 12,3 % der Bruttolöhne und-Gehälter für die Abgaben zu berappen. 1999 dagegen wurden schon 36,5 % fällig. Damit stiegen die Netto-Durchschnittsgehälter im Gegensatz zum Bruttolohn nur um das 13-fache.

Die Statistiker rechneten auch aus, dass die Kaufkraft 1999 - nach Abzug der Preissteigerungen - 3,2 Mal so hoch war wie 1950. "Die Preise für die Lebenshaltung sind in den fünfzig Jahren auf das Vierfache gestiegen", berichtete das Amt weiter.

Höhere Verdienste bedeuteten nicht nur mehr Einkommen, sondern auch höhere Kosten. So seien die durchschnittlichen Arbeitskosten je Arbeitnehmer von 279 DM monatlich 1950 auf 5 320 DM im vergangenen Jahr auf das 19-fache gestiegen. Dem stehe eine Produktivitätszunahme, gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen, auf das gut Vierfache gegenüber. Die Lohnstückkosten waren 1999 also mehr als vier Mal so hoch wie 1950.

Ende

AP/az/ww 251000 mai 00

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