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08.01.2003

19:16 Uhr

"Bürger erwarten mehr von einer Gewerkschaft"

Ministerin Künast kritisiert Parteifreund Bsirske

Verdi-Chef und Grünen-Mitglied Frank Bsirske muss nun auch aus seiner eigenen Partei Kritik für sein Verhalten im laufenden Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes einstecken.

HB/dpa DRESDEN/BERLIN. Ihr Parteifreund betreibe "reine Tarifverhandlungen", sagte Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) der "Sächsischen Zeitung" (Donnerstag). "Gewerkschaften müssen sich aber auch Gedanken machen, wie wir die Menschen in Zeiten extrem knapper Finanzmittel in Arbeit bringen."

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi beharrte am Mittwoch vor der entscheidenden Verhandlungsrunde in Potsdam auf der Umsetzung des Schlichterspruchs. Dieser sieht eine Lohnerhöhung von 2,2 Prozent und eine Einmalzahlung im Volumen von 0,6 Prozent in diesem Jahr sowie eine Anhebung der Löhne und Gehälter von 0,6 Prozent im kommenden Jahr vor. Die Arbeitgeber lehnen diesen Vorschlag ab.

Bsirske hat angekündigt, die Gewerkschaftsforderungen notfalls auch mit Streiks durchsetzen zu wollen. "Da weiß ich nicht, ob es das Klügste ist", sagte Künast. "Die Bürger erwarten mehr von einer Gewerkschaft." Die Ministerin räumte ein, als Vertreter einer Regierung oder einer Partei könne man "nicht verlangen, dass er (Bsirske) unsere Interessen vertritt. Die Politik hat da keine Zensuren zu vergeben."

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