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03.01.2001

12:38 Uhr

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Bulmahn gegen Klonen von BSE-Rindern

Nachdem am Dienstag DBV-Präsident Gerd Sonnleitner das Klonen BSE-infizierter Rinder zu Forschungszwecken angeregt hatte, wies die Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn diese Forderung am Mittwoch zurück.

Reuters BERLIN. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) hat die Forderung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) zurückgewiesen, zur Bekämpfung der Rinderseuche BSE erkrankte Rinder zu klonen. "Ich werde diesen Vorschlag nicht aufgreifen", sagte Bulmahn am Mittwoch in Berlin nach einer Pressekonferenz. Sie habe solche Überlegungen Anfang Dezember mit Wissenschaftlern erörtert. Diese hätten darauf verwiesen, dass vielmehr der europaweite Zugriff der Wissenschaft auf Testergebnisse gewährleistet sein müsse. Angesichts hunderttausender Fälle von BSE-infizierten Rindern in Europa lägen reichlich Daten vor. Zudem müsse die Forschung mit Kleintieren wie Ratten und Mäusen im Labor fortgesetzt werden.

DBV-Präsident Gerd Sonnleitner hatte am Dienstag angeregt, Rinder mit BSE-Symptomen zu Forschungszwecken zu klonen. Dies hieße, im Labor genetisch identische Tiere aus dem Erbgut erkrankter Rinder zu erzeugen. Klonen hätte nach Sonnleitners Worten den Vorteil, dass mehrere Tiere mit BSE-Symptomen gleichzeitig untersucht werden könnten. Es müsse alles versucht werden, was die BSE-Forschung voranbringe.

Bulmahn wandte sich gegen Kritik, die BSE-Forschung sei in den vergangenen Jahren nicht intensiv genug vorangebracht worden. Bereits Anfang der 90-er Jahre sei ein Forschungsdefizit in diesem Bereich festgestellt worden, sagte Bulmahn. Das Forschungsministerium fördere daher seit 1993 Projekte zur Erforschung möglicher Übertragungswege der Seuche und zur Entwicklung zuverlässiger BSE-Tests. Auch im Bereich der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen, die in einer neuen Variante möglicherweise durch BSE-verseuchtes Fleisch ausgelöst wird, gebe es in Deutschland eine sehr gute Forschung.

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