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22.01.2002

08:20 Uhr

Bundesbank: Am Preisanstieg ist Euro-Umstellung nicht Schuld

Euro trieb Preise angeblich nicht nach oben

Die Bundesbank hat einen Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ) zurückgewiesen, wonach es nach ihrer Einschätzung bei der Euro-Umstellung einen größeren Preisschub gegeben habe.

Foto: ap

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rtr/afp BERLIN/FRANKFURT/MAIN. Bundesbank-Chefvolkswirt Hermann Remsperger habe gesagt, dass Steuererhöhungen und so genannte Basiseffekte im Januar einen Preisanstieg brächten, sagte ein Bundesbank-Sprecher am Dienstag in Frankfurt am Main der Nachrichtenagentur AFP. Er habe nicht gesagt, dass dies auf die Euro-Bargeldeinführung zurückzuführen sei. Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" hatte unter Berufung auf nichtöffentliche Aussagen Remspergers berichtet, der Chefvolkswirt habe bei der auf ein Jahr berechneten Januar-Inflationsrate einen Anstieg auf rund drei Prozent nicht ausgeschlossen. Der Bundesbank-Sprecher betonte dagegen, Remsperger habe keine Zahl zur Teuerung genannt.

Das Blatt hatte sich bei seiner Berichterstattung auf Regierungskreise berufen. Der Vortrag Remspergers bei der jüngsten, nicht-öffentlichen Sitzung des Konjunkturrates für die öffentliche Hand sei demnach von Beobachtern als schrilles Alarmsignal verstanden worden.

Das Blatt zitierte Remsberger mit den Worten, die Inflationsrate schraube sich in diesen Tagen in ungeahnte Höhen. Ein kräftiger Schub sei flächendeckend in Gang gekommen. Inzwischen könne niemand mehr ausschließen, dass das Statistische Bundesamt für Januar eine Preissteigerung mit einer Drei vor dem Komma melden müsse. In Teilen des Einzelhandels, vor allem aber bei Restaurants und Hotels, seien im Rahmen der Euro-Umstellung höhere Preise festgesetzt worden, um die Gewinnmargen zu erhöhen. Die Bundesbank lasse dies wissenschaftlich untersuchen.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, sagte dagegen der französischen Tageszeitung "La Tribune" laut Vorabbericht, er sehe keine Inflationseffekte durch die Euro-Bargeldeinführung zum 1. Januar. Diese werde nicht den von einigen befürchteten Inflationseffekt mit sich bringen. "Die Preise werden ab- und aufgerundet", sagte Duisenberg zu den Versuchen einiger Einzelhändler, die Euro-Einführung zu versteckten Preiserhöhungen zu nutzen. Aus "rein statistischen Gründen" könnten die Preisindizes im Januar und Februar leicht steigen. Dies sei jedoch ein einmaliger Effekt und hänge nicht mit der Euro-Einführung zusammen.

Bundesbank dementiert Bericht über Preisschub bei Euro-Umstellung =

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