Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.01.2001

13:59 Uhr

Reuters BERLIN. Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin schließt nach den Worten einer Sprecherin nicht aus, dass auch Schweine und Geflügel die Rinderseuche BSE bekommen könnten. Instituts-Sprecherin Irene Lukassovitz sagte am Mittwoch im WDR, in der Forschung gebe es noch keine eindeutigen Ergebnisse dazu. Bislang hätten nur solche Schweine BSE entwickelt, denen Erreger direkt ins Gehirn gespritzt worden seien. Eine Infektion über das Futter habe man bislang nicht erzeugen können. Dies könnte daran liegen, dass Schweine und Geflügel nicht alt genug würden, um die Krankheit zu entwickeln.

Als weitere Möglichkeit werde diskutiert, dass die Verdauungsorgane von Schweinen und Geflügel den BSE-Erreger abwehren könnten, sagte Lukassovitz weiter. Es gebe Hypothesen in viele Richtungen. "Wo die Wahrheit liegt, können wir eigentliche derzeit nur vermuten."

Aus Kadavern hergestelltes Tiermehl gilt als ein Übertragungsweg bei der Rinderseuche. Tiermehl durfte daher seit 1994 nicht an Wiederkäuer wie Rinder und Schafe verfüttert werden, war aber weiter wesentlicher Bestandteil von Schweine- und Geflügelfutter. Nach dem Auftreten der ersten BSE-Fälle bei deutschen Rindern wurde im Dezember Tiermehl als Futter in Deutschland generell verboten. Europaweit gilt dieses Verbot zunächst aber nur für sechs Monate.

Lukassovitz sprach sich dafür aus, den Verbraucherschutz in dem ihrem Institut übergeordneten Bundesgesundheitsministerium zu bündeln. Es wäre zu begrüßen, wenn die auf Bundes- und Landesebene für den Verbraucherschutz arbeitenden Einrichtungen nur einer Stelle, dem Gesundheitsministerium zuarbeiteten, und nicht wie bislang auch dem Landwirtschafts- und noch anderen Ministerien.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×