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25.05.2000

18:55 Uhr

Bundeskanzler verteidigt auf Jugendhilfetag Etatkürzungen

Schröder will Jugendliche durch Sparpolitik entlasten

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat seine Sparpolitik als Zukunftsinvestition für die junge Generation verteidigt.

dpa NÜRNBERG. "Wir wollen und dürfen nicht länger auf Kosten künftiger Generationen wirtschaften und leben", sagte Schröder am Donnerstag auf dem Deutschen Jugendhilfetag in Nürnberg. Den nachkommenden Generationen in Deutschland dürften keine Belastungen zugemutet werden, die andere Jugendliche in Amerika und anderswo nicht hätten. Die Bundesregierung werde die Steuerpolitik zur Entlastung von breiten Schichten der arbeitenden Bevölkerung und der Familie konsequent fortsetzen, um den Menschen mehr Gestaltungsspielräume zu ermöglichen.



Schröder verwies zudem auf die Erfolge des Sofortprogramms zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit, das besonders den neuen Bundesländern zu Gute gekommen sei. Von 1998 bis 1999 sei die Arbeitslosigkeit junger Menschen um neun Prozent zurückgegangen. "Es gibt kein besseres Jugendkriminalitäts-Verhütungsprogramm als ein Ausbildungsplatzprogramm", sagte Schröder. Neben der Bereitstellung von Arbeitsplätzen müssten Berufsbilder den neuen Anforderungen angepasst werden. Insgesamt seien allein im vergangenen Jahr 30 Ausbildungsverordnungen zu neuen Berufen in Kraft getreten. Im IT-Bereich sei es zudem gelungen, die vorhandenen Ausbildungsstellen von 14 000 im Frühjahr 1999 auf 30 000 Ende 1999 zu erhöhen. Bis zum Jahr 2003 solle die Zahl auf 60 000 Stellen steigen. Der Kanzler verteidigte dabei erneut die Anwerbung von Computerexperten aus Staaten außerhalb der Europäischen Union.



Zu dem dreitägigen Jugendhilfetag mit mehr als 130 Einzelveranstaltungen werden 20 000 Teilnehmer erwartet. Unter dem Motto "Leben gestalten - Innovation wagen - Zukunft fordern" wollen bis zum Samstag Vertreter von rund 400 öffentlichen und freien Trägern über neue Impulse der Jugendhilfe diskutieren. Der Deutsche Jugendhilfetag wird alle vier Jahre von der Arbeitsgemeinschaft für Jugendhilfe in Bonn veranstaltet.

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