Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2002

00:22 Uhr

Bundesverband deutscher Banken reagiert positiv

Checkliste für operationelle Risiken

Banken, Aufseher, Ratingagenturen und Wirtschaftsprüfer haben eine weitere Checkliste zur Umsetzung des neuen Regelwerkes zur angemessenen Eigenkapitalausstattung (Basel II) an die Hand bekommen.

egl BERLIN. Es handelt sich um einen Leitfaden der Baseler Finanzaufseher, wie die Erfassung und Steuerung der operationellen Risiken als gesonderte Managementaufgabe realisiert werden soll.

Finanzaufseher werden durch die neue Checkliste für die aufsichtsrechtliche Prüfung - also die so genannte zweite Säule von Basel II - munitioniert. Sie sollen kontrollieren, ob Banken interne Management- und Kontrollsysteme eingerichtet haben, mit denen man operationellen Risiken rechtzeitig erfassen kann. Auch Ratingagenturen werden an Hand der neuen Baseler Checkliste die Qualität des Risikomanagements der Banken verstärkt unter die Lupe nehmen.

Weil Banken unter Basel II ihre Risiken künftig differenzierter erfassen und mit Eigenkapital unterlegen müssen, kommen neben den Kredit-und Marktrisiken auch die operationellen Risiken ins Visier. Dabei handelt es sich um Risiken aus dem gesamten Bankbetrieb, etwa Verluste durch einen betrügerischen Devisenhändler oder einen Computerausfall.

Bereits im September veröffentlichten die Baseler Aufseher ein Papier, das als Leitfaden zur Definition und Abgrenzung operationeller Risiken dienen soll. Dass dabei im intensiven Dialog mit der Kreditwirtschaft viele Streitpunkte beseitigt wurden, wird von führende Bankenvertretern begrüßt. So lobt Thomas Fischer, Risiko-Vorstand der Deutschen Bank AG und Vorsitzender des Ausschuss für Operationelle Risiken der im Institute of International Finance (IIF) zusammengeschlossenen Großbanken, das pragmatische Vorgehen der Baseler Reformer. Branchenrisiken, die Geschäftsstrategie sowie die Firmenreputation habe man richtigerweise bei der Abgrenzung operationeller Risiken außen vor gelassen, heißt es.

Positiv reagiert man beim Bundesverband deutscher Banken (BdB) nun auch auf die neue Checkliste (Sound Practices for the Management and Supervision of Operational Risk). Nach der ersten Durchsicht des Leitfadens werde deutlich, dass er weitgehend an der sich herausbildenden Bankenpraxis orientiert sei, heißt es beim Bankenverband. Er könne als Grundlage für weitere Gespräche der Banken mit den Aufsehern dienen. Dabei geht der BdB davon aus, dass sich durch den neuen Leitfaden keine neuen umfangreichen regulatorischen Anforderungen ergeben werden. Verlangt werden vor allem die Prüfung der Bereiche Verantwortlichkeit der Geschäftsführung, Etablierung einer konsistenten Risikokultur für operationelle Risiken, Verfahren zur umfassenden Identifikation, Quantifizierung und Kontrolle der Risiken, Berichtswege im Management, Transparenz und Veröffentlichungspraxis.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×