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18.02.2002

10:53 Uhr

Bunte Bildern und E-Mails sollen Kunden locken

E-plus will Konkurrenz mit frühem i-mode-Start abhängen

Mit der schnellen Einführung neuer I-Mode-Dienste will E-plus die Konkurrenz beim Wettlauf um den neuen multimediafähigen Mobilfunk abhängen. I-Mode werde im März oder April in Deutschland eingeführt, teilten E-plus und der japanische Mobilfunkkonzern NTT Docomo am Montag in Düsseldorf und Tokio mit.

wiwo afp DÜSSELDORF/TOKIO. Damit werden die Kunden in Deutschland voraussichtlich als erste Europäer die neue Technik nutzen können. Sie erlaubt es den Kunden, neben bunten Bildern auch E-Mails hin- und herzuschicken und spezielle Internet-Seiten anzusurfen.

In den Niederlanden und Belgien will der E-plus-Partner KPN mit I-Mode im April in die Netze gehen. E-plus-Sprecherin Catrin Glücksmann betonte, das deutsche Unternehmen werde "demnächst" den genauen Starttermin bekannt geben. Nach Presseberichten fällt dieser noch in den Monat März, in dem auch die Computermesse Cebit stattfindet.

Mit I-Mode bekomme e-plus einen deutlichen Vorsprung gegenüber den Wettbewerbern, sagte Glücksmann. "I-Mode ist mobiles Internet wie es sich die Kunden wünschen: einfach, bunt, vielfältig und schnell. " Die I-Mode-Dienste werden demnach auf die auch von Wettbewerbern verwendete GPRS-Technik aufgesetzt, die schnellere Datenübertragung als bei herkömmlichen GSM-Handys ermöglicht. Später sollen I-Mode-Dienste in den noch schnelleren UMTS-Netzen angeboten werden. Um I-Mode zu nutzen, wird ein neues Telefon benötigt. E-plus wird Glücksmann zufolge zum Marktstart eine "neue Generation von Handys mit großem, farbigen Display und 16-stimmigen, polyfonen Sound" ins Programm aufnehmen.

Anders als bei WAP sind die Kunden bei I-Mode ständig online und müssen sich nicht jedes Mal neu einwählen. E-plus will nach eigenen Angaben bei I-Mode den Kunden eine eigene E-Mail-Adresse zur Verfügung stellen. Über diese können dann bis zu tausend Zeichen verschickt werden. De facto knüpft E-plus damit an den Erfolg der SMS-Dienste an. Bei den Kurzbotschaften können bisher maximal 160 Zeichen versandt werden. Sie wurden bei Teenagern und Jugendlichen zum bislang erfolgreichsten Datendienst für Handys. Zudem plant E-plus Kooperationen mit Anbietern von Informations- und Unterhaltungsangeboten. Die Kunden sollen dadurch die Möglichkeit haben, Reise- und Wetterinformationen abzurufen, Spiele herunterzuladen oder sich Stadtpläne auf das Display zu holen.

I-mode war im Februar 1999 in Japan an den Start gegangen und fand anders als die zunächst in Deutschland möglichen WAP-Dienste großen Anklang bei den Mobilfunkkunden. Derzeit nutzen rund 30 Millionen Nutzer die neue Technik. Wesentlicher Erfolgsfaktor ist nach Ansicht von Experten die enge Zusammenarbeit von NTT Docomo mit Inhalteanbietern. Die Kunden bezahlen in Japan eine Pauschale, für besondere Dienste muss dann gesondert gezahlt werden. NTT Docomo führt dabei nach eigenen Angaben 90 Prozent der Einnahmen aus I-Mode direkt an die Inhalte-Lieferanten ab. E-plus hat derzeit rund 7,5 Millionen Kunden in Deutschland. Konkurrenten wie T-Mobile und Vodafone bieten zwar schon seit dem vergangenen Jahr GPRS-Dienste an. Bislang hat die Technik den Durchbruch aber noch nicht geschafft.

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