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31.01.2003

11:00 Uhr

Bus fuhr auf eine Mine

18 Tote bei Explosion in Afghanistan

Im Süden Afghanistans hat eine Minenexplosion einen Bus zerrissen und 18 Menschen getötet. Es war zunächst nicht klar, ob es sich um einen Anschlag oder einen Unfall mit einer alten Mine handelte.

HB/dpa KABUL. Der Bus fuhr nach Angaben der örtlichen Behörden am Freitag zehn Kilometer südlich der Stadt Kandahar auf die Mine. Alle Insassen waren Zivilisten. Sie waren aus einem Dorf in die Stadt unterwegs, um ihre Wochenendeinkäufe zu erledigen.

Ein Sprecher des Gouverneurs von Kandahar sagte dem US-Sender CNN, es könne sich um einen Anschlag der Taliban oder des Fundamentalisten Gulbuddin Hekmatjar gehandelt haben. Es galt aber auch als möglich, dass es sich um eine alte Mine aus der Zeit des Kriegs gegen die sowjetischen Truppen oder des Bürgerkriegs handelte. Zunächst bekannte sich niemand zu einem Anschlag.

An Bord des Busses seien wahrscheinlich 19 Menschen gewesen. Ein Insasse sei verletzt worden, sagte der Sprecher. "Es war schwer, die Leichen zu zählen", fügte er hinzu. Die Mine habe die Körper der Opfer zerfetzt. US-Truppen hatten Anfang der Woche in der Region Luftangriffe gegen mutmaßliche Taliban-Sympathisanten geflogen, die sich in Höhlen nahe der Stadt Spin Boldak versteckt hatten. Dabei waren 18 Rebellen getötet worden.

Für die Vermutung, dass die Minenexplosion ein Unfall gewesen sein könnte, sprach, dass es in der Gegend stark geregnet hatte. Eine alte Mine könnte daher freigespült worden sein. Außerdem soll der Bus ein wenig von der aufgeweichten Fahrbahn abgewichen sein. Außerhalb geräumter Areale besteht überall in Afghanistan Gefahr durch Minen.

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