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21.03.2003

19:26 Uhr

„Bush ist der Feind Gottes“

Straßenschlachten nach Protesten gegen Irak-Krieg

Tausende Moslems in mehreren arabischen Ländern haben nach den Freitagsgebeten gegen den Irak-Krieg demonstriert und sich Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa wurde bei einer Schießerei zwischen Demonstranten und der Polizei ein elfjähriger Junge getötet.

Reuters KAIRO. Die Polizei verhinderte nach Angaben aus Sicherheitskreisen einen Marsch von 3000 Menschen zur US-Botschaft. In der ägyptischen Hauptstadt Kairo protestierten mindestens 5000 Menschen gegen den von den USA angeführten Krieg. Auch in der libanesischen Hauptstadt Beirut versuchten Jugendliche zur US-Vertretung zu gelangen. In Italien nahmen 200 000 Menschen an einer Friedens-Kundgebung teil. Anti-Kriegs- Demonstrationen fanden auch in Deutschland, Frankreich, und Griechenland statt.

Jemenitischen Sicherheitskreisen zufolge wurden zehn Menschen, darunter drei Polizisten bei den Unruhen verletzt. Demonstranten zündeten Autoreifen und Müll an und riefen: "Jugend Jemens, sag Ja zum Frieden und Nein zum Krieg". In Kairo bewarfen Demonstranten die Polizei von der El-Ashar-Moschee herunter mit Möbeln. Andere Demonstranten riefen "Bush ist der Feind Gottes". Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, um die Demonstranten zu vertreiben. Das Innenministerium rief die Bürger auf, ihrem Ärger in genehmigten Kundgebungen Gehör zu verschaffen.

In Amman gingen Moslems trotz Demonstrationsverbots auf die Straße. Zahlreiche junge Menschen wurden verletzt, als die Polizei mit Wasserwerfern gegen sie vorging. Ganze Stadtteile wurden gesperrt. Auch in Beirut kam es zu Protestkundgebungen. In der iranischen Hauptstadt Teheran kritisierte der Hauptprediger das Ziel der USA "die irakischen Ölquellen zu kontrollieren und die Region zu dominieren." In Bahrain, wo die 5. US-Flotte ihr Hauptquartier hat, zogen mehrere hundert Demonstranten durch die Straßen.

In Deutschland räumte die Polizei am Freitagmorgen eine Sitzblockade von über hundert Kriegsgegnern vor dem Oberkommando der US-Streitkräfte in Europa (Eucom) in Stuttgart. Die Demonstranten hatten sich vor der Hauptzufahrt niedergelassen und sie anderthalb Stunden lang blockiert. In Rom nahmen 200 000 Bauern an einem Friedensmarsch teil. In der griechischen Hauptstadt Athen lieferten sich nach Polizeiangaben Demonstranten um die US-Botschaft Straßenschlachten mit der Polizei. Mehrere hundert Teilnehmer einer Kundgebung hätten die Polizisten mit Steinen, Benzinbomben und Stöcken angegriffen.

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