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01.05.2003

15:30 Uhr

Bush verkündet bald Kampfende

Spannungen in Falludscha

In der irakischen Stadt Falludscha haben am Donnerstag die Spannungen zwischen US-Soldaten und Irakern angedauert. Bei einem Granatenangriff auf die US-Truppe wurden nach US-Angaben sieben Soldaten verwundet.

Die Fronten zwischen Teilen der irakischen Bevölkerung und den US-Soldaten verhärten sich, Foto: dpa

Die Fronten zwischen Teilen der irakischen Bevölkerung und den US-Soldaten verhärten sich, Foto: dpa

Reuters FALLUDSCHA/WASHINGTON. In Washington bereitete US-Präsident George W. Bush eine Fernsehrede (Freitag 03.00 Uhr MESZ) vor, in der er das Ende der Kampfhandlungen und damit das faktische Kriegsende erklären wollte. Im Mittelpunkt der Ansprache, für die Bush auf den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln vor der amerikanischen Westküste fliegen wird, sollte der Wiederaufbau des Iraks stehen. Als bisher ranghöchstes Regierungsmitglied hatte am Mittwoch Verteidigungsminister Donald Rumsfeld Bagdad und Basra besucht.

In Falludscha kam es den US-Truppen zufolge nach dem Angriff zu einem Schusswechsel mit Irakern. In der 50 Kilometer westlich von Bagdad gelegenen Stadt hatten US-Soldaten in den vergangenen Tagen bei anti-amerikanischen Protesten mindestens 15 Iraker erschossen. Die Stadt mit rund 270 000 Einwohnern gilt als religiös-konservativ. Viele Bewohner kritisieren vor allem das Verhalten der US-Soldaten. "Wie Cowboys gehen sie in Häusern ein und aus und laufen vor Schulen herum", sagte der Chef des Privatkrankenhauses von Falludscha, Talib el Dschanabi. Der Bürgermeister der Stadt, den Familienoberhäupter nach dem Sturz von Saddam Hussein am 9. April gewählt haben, verurteilte den Granatenangriff.

Präsidentensprecher Ari Fleischer sagte, Bush werde sich an die Nation wenden, wie er es zu Beginn des Krieges getan habe. Dabei werde der Wiederaufbau des Iraks im Mittelpunkt stehen. Der Präsident wird die Nacht auf dem Flugzeugträger verbringen, der von einem zehnmonatigen Einsatz im Golf zurückkehrt. Bush wird mit einem Militärjet vom Typ S-3BViking, das für den Flug eigens den Namen "Navy One" bekommt, landen. Der frühere Pilot Bush - er diente in der Nationalgarde von Texas - wird neben dem Piloten sitzen. Beim Landen auf einem Flugzeugträger werden die Jets mit einem Fangkabel gebremst, eine Aktion, bei der sich bei manchem unerfahrenen Flugzeuginsassen durchaus der Magen drehen könne, hieß es in Washington.

Verteidigungsminister Rumsfeld hatte am Vortag den Irakern in einer Fernseh- und Rundfunkansprache beteuert, dass die USA ihnen dabei helfen wollten, sich von der Tyrannei zu befreien, und sobald wie möglich wieder abziehen würden. Die Rede, die das US-Militär ausstrahlte, wurde in einem der Paläste des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein aufgenommen. Rumsfeld begann sie mit den Worten "Hallo, ich bin Don Rumsfeld, der amerikanische Verteidigungsminister". Der Minister reiste anschließend nach Kuwait und traf am Donnerstag in Kabul ein.

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