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31.01.2005

11:00 Uhr

Business Behaviour

Nerven Sie die Kollegen nicht

VonGabriele Schlegel

Wie Sie sich im neuen Job am besten einführen – als Chef oder Kollege. Möchten auch Sie eine Benimm-Frage geklärt haben? Schreiben Sie Gabriele Schlegel! Fragen und Antworten dokumentieren wir  hier.

Gabriele Schlegel ist Dozentin für Business Behaviour an der FH Bonn-Rhein-Sieg.

Gabriele Schlegel ist Dozentin für Business Behaviour an der FH Bonn-Rhein-Sieg.

HB DÜSSELDORF.Im neuen Job hängt vom ersten Eindruck oft alles Weitere ab. Ich habe schon Firmen erlebt, bei denen Vorgesetzte nicht einmal wussten, dass sie einen neuen Mitarbeiter bekamen, nichts veranlasst hatten - und erst eine Woche nach dessen Einstieg aus dem Urlaub wiederkamen. Auch ein authentischer Fall: zwei Uni-Absolventen, die in einem Konzern anfingen - und leider keine Aufgaben vorfanden. Sie beschäftigten sich dann miteinander, jeder spielte eine Woche den Chef. Zwei Monate lang.

Solche Unhöflichkeiten sind vermeidbar. Die Düsseldorfer Werbeagentur Ogilvy & Mather zum Beispiel hat eine nettes Ritual: Noch bevor der Neue antritt, bekommen die Kollegen vom Chef eine Mail, in der er den Neuen und seine Historie vorstellt. Umgekehrt findet der Neue auf seinem PC gleich ein paar Willkommensmails seiner neuen Kollegen vor. Der Vorteil: Namen prägen sich schneller ein, der Neue muss sich auch nicht zehnmal erklären. Es genügt, wenn er noch am ersten Tag bei allen vorbeischaut, sich mit vollem Namen vorstellt und betont, dass er sich freut, jetzt im Team zu sein.

Auch Führungskräfte können sich ihren neuen Mitarbeitern schon vorab per Mail ankündigen, mit Vita und einem Foto. Sie sollten aber unbedingt in den ersten 14 Tagen jeden ihrer neuen Mitarbeiter und Kollegen besuchen und 30 Minuten mit ihm sprechen. Lernt man nämlich jemanden erst bei Differenzen kennen, hat man doppelt schlechte Karten.

Wichtig ist auch dies in der neuen Firma: Gerade am Anfang sollte ein Neuer nicht das Herz auf der Zunge tragen, sondern viel zuhören, fragen und lernen. Wer einen Tick zu viel von seiner alten Firma spricht, geht den Leuten auf die Nerven und verletzt sie sogar.

Was Sie anziehen sollen am ersten Tag? Finden Sie im Vorfeld so viel wie möglich über die neue Firma heraus, auch die Kleiderordnung, und passen Sie sich an. Unbedingt. In der ersten Zeit sollten Sie nur lockere Kontakte knüpften und sich nie auf eine Zweierbeziehung einlassen. Oft versuchen Mitarbeiter, die nicht so anerkannt sind, neue Kollegen für sich zu gewinnen - leider oft mit dem Angebot, bei einem Kaffee die Kollegen durchzugehen, wie sie "wirklich sind". Und schwupp, sitzen Sie in der Zwickmühle. Sie wollen nicht unfreundlich sein, möchten sich aber selbst ein Bild machen. Ich rate: sofortiger Themenwechsel, bloß kein Zurückweisen oder Belehren. Fragen Sie etwas Banales - oder ob es üblich ist, zum Einstand zum Umtrunk zu laden. Ehe Sie eine Unterlassungssünde begehen - denn die ist so schnell nicht mehr wett zu machen.

Darf ich in Meetings mein Gegenüber unterbrechen? Wen muss ich im Mailverkehr auf "cc" setzen, wenn ich ein neues Projekt angehe? Unsere Business-Behaviour-Expertin Gabriele Schlegel antwortet auf Ihre ganz persönlichen Fragen und gibt Tipps - schreiben Sie ihr:  hb.behaviour@vhb.de.

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