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19.01.2004

12:39 Uhr

Carolina Panthers sind nur Außenseiter

New England Patriots gehen als Favorit ins Super Bowl-Finale

Vor dem 38. Finale um den Super Bowl der National Football League (NFL) am 1. Februar in Houston sind die Rollen offenbar eindeutig verteilt. Gegen die Carolina Panthers gelten die New England Patriots als eindeutige Favoriten. Schon wenige Minuten nach den Halbfinalspielen am Sonntagabend (Ortszeit) legten sich die wichtigsten Buchmacher in Las Vegas auf eine 7:1-Quote für die Patriots fest.

HB LOS ANGELES. Die beste Mannschaft der Vorrunde (14 Siege/2 Niederlagen), die sich bereits 2002 die begehrte Vince-Lombardi-Trophy erkämpft hatte, machte im heimischen Gillette-Stadion von Boston bei teilweise dichtem Schneetreiben ihren vierten Endspieleinzug mit einem souveränen 24:14 gegen die Indianapolis Colts perfekt. Die Patriots sicherte sich zugleich den Titel der American Conference (AFC). Endspiel-Debütant Carolina setzte sich bei den enttäuschenden Philadelphia Eagles mit 14:3 durch und konnte sich erstmals als Champion der National Conference (NFC) feiern lassen.

Dank einer erneut überragenden Defensiv-Vorstellung war der 14. Sieg der Patriots in Folge vor 68 436 dick vermummten Zuschauern zu keiner Zeit gefährdet. New England kann damit auf die längste Erfolgsserie seit 1972 verweisen, als die Miami Dolphins 17 Partien ungeschlagen blieben. Mit seinen zahlreichen kurzen, präzisen Pässen entpuppte sich Quarterback Tom Brady neben Cornerback Ty Law, der drei von vier Interceptions von Colts-Quarterback Payton Manning fing, sowie Adam Vinatieri als Matchwinner. Der ehemalige NFL- Europe-Kicker erzielte fünf Fieldgoals. Vor zwei Jahren hatte er in letzter Sekunde mit seinem Fieldgoal zum 20:17 gegen die St. Louis Rams für den bisher einzigen Super Bowl-Triumph der Patriots gesorgt.

Der erste Finaleinzug der Panthers erinnert an den amerikanischen Traum vom Tellerwäscher, der zum Millionär wird. Noch vor zwei Jahren gehörte der 1995 in die NFL aufgenommene Verein zum Spielball der Liga. Mit dem Negativrekord von nur einem Erfolg bei 15 Niederlagen hatte Carolina die Saison beendet. Danach wurde John Fox Headcoach und führte das "Looser-Team" behutsam aus dem Tal der Tränen. Die vergangene Serie schlossen die Panthers mit sieben Siegen und neun Niederlagen ab. Jetzt weist ihre Bilanz bei nur fünf Verlustpartien bereits 14 Erfolge aus. "Wir können stolz sein auf das Erreichte. Es ist das Ergebnis brutaler Arbeit, die es jetzt zu krönen gilt. Die Rolle des Außenseiters kann uns nur recht sein", frohlockte Fox. type="person" value="? Fox, John" />

Mit dem unerwarteten Auswärtssieg stürzte sein Team die Philadelphia Eagles in Frustration. "Es ist unfassbar, ja regelrecht tragisch, dass wir diese Hürde erneut nicht überwinden konnte", klagte der von besonderem Pech verfolgte Eagles-Quarterback Donovan McNabb. Wegen einer Rippenverletzung lief der Spielmacher im Schlussviertel nicht mehr auf und musste so tatenlos mitansehen, wie seine Mannschaft im dritten Jahr hintereinander den Einzug in den Super Bowl verspielte. Besonders bitter war dabei, dass dies wie vor zwölf Monaten vor heimischem Publikum geschah. Die Eagles sorgten damit für ein trauriges Novum in der NFL-Geschichte.

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