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19.01.2001

07:58 Uhr

CDU soll beweglich werden

Koch schließt Kanzlerkandidatur 2002 aus

Er habe den hessischen Wählern versprochen, etwas aus dem Bundesland zu machen und sein Amt "nicht als Sprungbrett zu betrachten", so der hessische Ministerpräsident.

dpa WIESBADEN. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat eine Kanzlerkandidatur im Jahr 2002 unter allen Umständen ausgeschlossen: "Das ist mit meiner hessischen Arbeit unvereinbar", sagte Koch in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Er habe den hessischen Wählern versprochen, etwas aus dem Bundesland zu machen und sein Amt "nicht als Sprungbrett zu betrachten."

In der anstehenden Programmdiskussion müsse seine Partei sich vor allem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie der Flexibilisierung der Arbeitswelt widmen, erklärte der Unionspolitiker. Die CDU müsse Vertrauen wecken, "dass mehr Flexibilität in Tarifverträgen und Sozialsystemen am Ende etwas Attraktives und nicht etwas Bedrohliches für die Menschen ist." Die Christdemokraten müssten sich als beweglichere Kraft zeigen, dann könne die SDP "älter aussehen".

Die Frage nach möglichen Koalitionspartnern ist aus Kochs Sicht von minderer Bedeutung: "Wir müssen uns erst einmal um unsere eigene Stärke kümmern", sagte er. Damit werde seine Partei zumindest in diesem Jahr noch genug zu tun haben. Die Grünen seien für die Union kein realistischer Partner. Sie seien meilenweit von einer "Fortschrittsorientierung" entfernt. Auch in der Inneren Sicherheit, der Energie- und der Agrarpolitik bestünden unvereinbare Differenzen.

Die Schwarzgeld-Affäre hält der hessische CDU-Chef nach einem Jahr für überwunden: "Meine Wahrnehmung ist, dass sich die Bürger, nachdem sie sich geärgert haben, wieder den sachpolitischen Fragen zuwenden. Ich habe beschlossen, mich nur noch auf Sachpolitik von der Schule bis zur Verbrechensbekämpfung zu konzentrieren."

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