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13.06.2000

14:37 Uhr

Chance auf Entschädigungszahlungen noch in diesem Jahr

Opferverbände in den Heimatstaaten der Zwangsarbeiter zwischen Hoffnung und Skepsis

Mit Hoffnung und Zufriedenheit, aber auch mit Skepsis und Ungeduld reagierten Opferverbände in Ostmitteleuropa auf den Durchbruch bei den Zwangsarbeiter- Verhandlungen zwischen Deutschland und den USA.

dpa WARSCHAU/PRAG/KIEW. "Es stehen noch sehr viele wichtige Fragen offen", hieß es etwa am Dienstag in einer ersten Stellungnahme des zentralen Verbandes der etwa 600 000 ukrainischen Nazi-Opfer.

"Nun besteht wenigstens eine Chance, dass die Opfer noch in diesem Jahr entschädigt werden können", sagte Bartosz Jalowiecki, der die Interessen der etwa 500 000 noch lebenden polnischen Zwangsarbeiter vertritt. Allerdings müsse vor einem abschließenden Urteil erst die schriftliche Version der Vereinbarung vorliegen, betonte er. Polen, Tschechien, Russland und die Ukraine hatten bereits vor zwei Wochen angekündigt, die Schlussvereinbarung erst unterschreiben zu wollen, wenn ihnen sämtliche Dokumente samt Anhang vorliegen.

Tschechische Diplomaten mahnten unterdessen weitere Fortschritte an. "Das erreichte Abkommen ist ein Durchbruch für deutsche Unternehmen, aber nicht für die Opfer", sagte der tschechische Unterhändler Jiri Sitler. "Die Opfer brauchen ebenfalls Rechtssicherheit, aber der deutsche Gesetzentwurf lässt vieles im Unklaren", zeigte sich der Diplomat skeptisch.



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