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15.01.2003

18:43 Uhr

Chancen auf Verabschiedung sind günstig

WHO rückt von sofortigem Tabakwerbeverbot ab

In einem neuen Papier der Weltgesundheitsorganisation ist von einem zwingenden Verbot nicht mehr die Rede.

dpa GENF. Tabakwerbung soll nach Vorstellungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht sofort völlig verboten werden. Den 192 Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lag am Mittwoch ein neuer Kompromisstext für eine internationale Anti-Tabak-Konvention vor. Er sieht unter anderem eine Einschränkung, aber nicht zwingend ein Verbot der Werbung vor.

Damit sind die Aussichten auf die Verabschiedung der Konvention kurz vor erneuten Verhandlungen günstig. "Nach den sehr guten Fortschritten bin ich zuversichtlich, dass wir die Konvention zur Abstimmung für die nächste Vollversammlung vorbereiten können", erklärte der brasilianische UN-Botschafter Luis Felipe De Seixas Correa am Mittwoch in Genf einen Tag vor Beginn der elftägigen Verhandlungen.

Weiter gekommen sei man vor allem bei den Fragen der Tabakwerbung, des Sponsorings, dem Schmuggel von Tabakwaren sowie bei Zöllen und der internationalen Zusammenarbeit. Die Tabakkonvention wäre der erste internationale Vertrag zum Schutz der Gesundheit, der unter WHO-Verantwortung geschlossen würde. Sie soll im Mai 2003 von der WHO-Jahresversammlung verabschiedet werden.

Nach dem neuen Vorschlag soll "jeder Vertragspartner wirksame Maßnahmen (ergreifen), um die Tabakwerbung sowie das Sponsoring einzuschränken. Diese Maßnahmen können ein allgemeines Verbot der Tabakwerbung umfassen", heißt es in dem Textvorschlag. Ein im Juni 2002 unterbreiteter Textentwurf sah noch vor, dass die Staaten Maßnahmen zur Einschränkung der Tabakwerbung ergreifen "mit dem Ziel einer vollständigen Abschaffung".

"Mit dem neuen Text haben wir eine solide Grundlage für einen Vertrag, der nach seiner Verabschiedung helfen wird, die öffentliche Gesundheit zu schützen", sagte WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland. Nach WHO-Angaben starben im vergangenen Jahr weltweit 4,9 Mill. Menschen durch das Rauchen.

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