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13.01.2003

08:42 Uhr

Chartkommentar – Mittelfristig droht eine ausgedehntere Korrektur

High-Tech-Aktien haben kurzfristig noch Potenzial

VonMichael Riesner

Im Gegensatz zum Deutschen Aktienindex hat sich für die amerikanische High-Tech-Börse Nasdaq die langfristige charttechnische Situation in den letzten Monaten verbessert.

DÜSSELDORF. Der Index durchbrach Ende Oktober seinen langfristigen Abwärtstrend aus dem Jahr 2000 bei 1 360 Punkten. Bemerkenswert ist, dass die gesamte Aufwärtsbewegung von Anfang Oktober bis Ende November sehr dynamisch verlaufen ist und somit die High-Tech Titel eine ausgeprägte relative Stärke gegenüber dem breiten Markt aufgebaut haben.

Auf sehr kurzfristige Sicht zeigt der Markt nach den Kursgewinnen der letzten Handelstage dagegen erste Tendenzen eines leicht überkauften Zustands. Die wichtigen Tradingindikatoren laufen zunehmend in ihren oberen Extrembereich, so dass hier Anfang dieser Handelswoche durchaus kurze technisch bedingte Rückschläge möglich sind. Dennoch ist davon auszugehen, dass die zum Jahreswechsel eingeleitete Aufwärtsbewegung noch nicht beendet ist. Rein zyklisch erwarten wir erst gegen Ende Januar einen wichtigen Hochpunkt für den Nasdaq - und für den gesamten US-Aktienmarkt.

Das Szenario wird unter anderem von jüngsten Kaufsignalen der trendfolgenden Indikatoren unterstützt. Diese Indikatoren haben klare Kaufsignale generiert und sollten den Markt noch für weitere zwei Wochen unterstützen. Nach dem Versuch im November unternimmt die Nasdaq derzeit den zweiten Anlauf, die psychologisch wichtige 200-Tage-Durchschnittslinie bei 1 430 Punkten zu durchbrechen. Gerade dadurch, dass der Markt noch rund zwei positive Wochen vor sich hat, wird diese strategisch wichtige Marke somit auch durchbrochen werden. Gelingt der Ausbruch, so ist charttechnisch der Weg an das Hoch von Ende November bei knapp über 1 500 Punkten frei.

Erwartungen darüber hinaus sollten allerdings nicht gesetzt werden. Trotz der relativen Stärke der High- Techs gegenüber dem breiten Markt ist beim Nasdaq-Index bislang lediglich von einem Test des bisherigen Verlaufshochs bei 1 520 Punkten, maximal dem Erreichen des Widerstandsbereichs von 1 570 bis 1 600 Punkte auszugehen. Denn auf mittel- bis langfristige Sicht gibt es negative Signale. So haben zum einen die Insiderverkäufe bei High-Tech-Werten zuletzt stark zugenommen. Firmenmanager verkaufen also verstärkt Aktien ihres Unternehmens. Dies ist häufig ein Zeichen für fallenden Kurse gewesen. Zum anderen weisen die mittelfristig ausgerichteten Stimmungsindikatoren einen hohen Optimismus aus - viele Marktteilnehmer rechnen also mit steigenden Kursen und sind entsprechend investiert. Damit dürfte die aktuelle Aufwärtsbewegung nur kurzfristiger Natur sein. Spätestens ab Ende Januar ist eine mindestens acht Wochen andauernde Korrekturbewegung zu erwarten. Dabei kann der Nasdaq-Index in den Bereich von 1 350 bis 1 300 Punkten zurückfallen.

Michael Riesner ist Technischer Analyst der DZ Bank in Frankfurt am Main.

Quelle: Handelsblatt

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