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27.01.2005

15:38 Uhr

Chemiekonzern soll Opfer von Bophal entschädigen

Greenpeace-Aktivisten demonstrieren gegen Dow Chemical

VonChristoph Kapalschinski

Ein gutes Dutzend Greenpeace-Aktivisten legten sich in Skelett-Anzügen vor den Eingang des Davoser Kongresszentrums: Mit einer fototrächtigen Aktion erinnerten sie am Rand des Weltwirtschaftsforums (WEF) an den Chemieunfall im indischen Bophal im Jahr 1984.

Greenpeace-Aktivisten demonstrierten als Skelette verkleidet gegen Dow. Foto: Greenpeace

Greenpeace-Aktivisten demonstrierten als Skelette verkleidet gegen Dow. Foto: Greenpeace

DÜSSELDORF/DAVOS. Die Aktivisten hielten Schilder mit der Aufschrift "Dow! Clean up Bhopal now!" Damit forderten sie den Chemiekonzern Dow auf, die Folgen des Unglücks zu beseitigen und die Opfer zu entschädigen. Die Firma war am Vortag bei dem Kongress "Public Eye on Davos" mit einem Negativ-Preis ausgezeichnet worden. Die Veranstaltung versteht sich als Gegenpol zum WEF und will verantwortungslose Firmen anprangern.

Rachna Dhingra, Vertreterin einer Überlebenden-Organisation, sagte nach Greenpeace-Angaben während der Demonstration: "Die Menschen in Bophal sterben und leiden wegen Dow, denn die Katastrophe dauert an." Das Unternehmen sei ein Beispiel für die Verantwortungslosigkeit der Konzerne.

Greenpeace-Sprecher Matthias Wüthrich fragte: "Wie kann das WEF als Club der selbst ernannten Global Leader von Verantwortung reden, wenn WEF-Mitglieder wie Dow alles tun, um ihre Verantwortung zu verleugnen und Umwelt- und Menschenrechte mit den Füßen treten?" Die Umweltorganisation forderte ein internationales Regelwerk zur Unternehmenshaftung.

20 Jahre nach der Giftgaskatatrophe in Bophal gehen Umweltschützer von 20 000 Toten aus. Zum Jahrestag Ende 2004 war die Kritik an mangelnder Entschädigung der Opfer wieder lauter geworden. Spätfolgen treffen die Einwohner der indischen Stadt noch heute.

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