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05.03.2003

19:47 Uhr

Chemiewerte auf Talfahrt

Europäische Börsen schließen im Minus

Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch auf Kursniveaus geschlossen, die in der Nähe neuer Sechsjahrestiefs lagen. Der DJ Stoxx50-Index büßte 0,9 Prozent auf 2 107 Punkte ein. Als Belastung erwiesen sich Unsicherheiten über den Irakkrieg und kräftige Kursverluste beim Schweizer Aromen- und Riechstoffkonzern Givaudan, dessen Aktien überraschend um 10,6 Prozent nachgaben.

Reuters. Händler verwiesen zudem auf die Schwäche des Dollars gegenüber dem Euro. Diese nähre Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen. Schwach präsentierte sich vor allem der Chemiesektor, nachdem die Investmentbank J.P. Morgan ihre Gewinnprognose für Dow Chemical zurückgenommen hatte. Markante Abgaben verzeichneten dabei unter anderem Akzo Nobel und die französische Rhodia.

Die Versicherer litten unter Dividendenkürzung bei der britischen Friends Provident. Während Friends Provident um 14,5 Prozent absackten, gaben Legal & General um 3,9 Prozent nach. Gemieden wurden zudem die Rohstoffwerte. Der Abwärtstrend ging von Spekulationen einer Rückstufung des Ratings des Bergbauriesen Rio Tinto durch den die Bank Cazenove aus. Rio Tinto-Aktien schwächten sich um 5,4 Prozent ab.

London: Der Londoner Aktienmarkt schloss am Mittwoch leichter. Der FTSE 100-Index verlor 1,7 Prozent auf 3 563 Zähler. Geprägt war der Handel von Sorgen um mögliche Dividendenkürzungen vor allem bei Versicherungen. Eine entsprechende Warnung von Friends Provident weckte Befürchtungen, auch Royal & Sun Alliance könne diesem Beispiel folgen. An der Spitze der Verlierer stand die Friends-Aktie. Royal & Sun rutschten um 6,3 Prozent ab, und die Anteilsscheine von Prudential ermäßigten sich um rund 5 Prozent. Angeführt von Abgaben beim Schwergewicht GlaxoSmithKline präsentierte sich auch der Pharmasektor schwächer. Nach einer Rücknahme des Kursziels durch die Investmentbank CSFB nach einem verlorenen Rechtststreit in den USA büssten die Glaxo-Papiere 2,1 Prozent ein.

Zürich: Die Schweizer Aktien notierten am Mittwoch erneut deutlich schwächer. Nach wie vor belasteten Kriegsängste, Konjunkturpessimismus sowie einzelne Unternehmensberichte den Markt und sorgten für eine anhaltend negative Stimmung. Dabei litten vor allem die Versicherungsaktien und Givaudan sowie im späteren Geschäft zunehmend auch Roche unter Abgaben. Der Standardwerteindex SMI schloss um 1,97 Prozent schwächer bei 3 966,2 Punkten.

Paris: An der Pariser Börse schloss der Einzelhandelswert, Pinault Printemps Redoute nach einem Rückgang des 2002-Betriebsgewinns schwächer. Anzeichen einer kommenden Übernahmeschlacht um das Unterhaltungsimperium von Vivendi Universaltrieben die Aktie um gut 8 Prozent nach oben. Der CAC-40 Index verlor 0,79 Prozent auf 2 655,07 Punkte und näherte sich damit weiter einem Fünfjahrestief an. Sodexho verloren 5,2 Prozent, da die Aktie einem starken Dollar-Risiko ausgesetzt ist. Die zu France Telecom gehörende Orange legten 2,3 Prozent zu.

Benelux: Die Benelux-Börsen notierten schwächer. Während der Amsterdamer AEX-Index 1,3 Prozent auf 253 Zähler verlor, gab der Bel20-Index in Brüssel 1,40 Prozent auf 1 608 Punkte nach. Die meisten AEX-Titel schlossen schwächer mit Ausnahme von kleinen Gewinnen etwa bei Aegon, Heineken und VNU. Ahold verloren gut 3 Prozent, obwohl der angeschlagene Konzern einen Kredit über 3,1 Mrd. Euro unter Dach und Fach bringen und so die Liquidität für den weiteren Betrieb sichern konnte. Hagemeyer verloren gut 4 Prozent nachdem der Konzern eine Dividendenkürzung bekannt gab.

Mailand: An der italienischen Börse verlor der Mib-30-Index knapp ein Prozent auf 22 700 Zähler. 1 Prozent fester notierten Fiat. Der Konzern erklärte in Reaktion auf eine Rückstufung durch Standard & Poor's, seine Lage dürfte sich bald wieder verbessern. Etwas schwächer waren Generali. Dort soll die Bank UniCredito zusammen mit Verbündeten ein Paket von 13,6 Prozent an Generali erworben haben. Bei Fiat hiess es weiter, ein Treffen mit Vertretern von GM sei eine reine Routinesache.

Madrid: An der spanischen Börse stieg der Ibex35-Index um moderate 0,3 Prozent auf 5 879 Punkte. Von Übernahmespekulationen durch die britische Barclays Bank beflügelt kletterten die Aktien der Bank Zaragozano um 4,7 Prozent. Damit legten die Titel innerhalb von zwei Wochen um rund 20 Prozent zu. Santander und BBVA büßten leicht ein.

Skandinavien: An der leicht schwächeren Stockholmer Börse gingen unter anderem Volvo und Ericsson mit leichten Verlusten aus dem Markt. Der OMX-Index verlor 0,75 Prozent auf 460 Zähler. Nokia notierten an der Börse von Helsinki knapp gehalten. Analysten rechneten jedoch damit, dass der finnische Hersteller angesichts einer schlechten Nachfrage nach neuen Handy-Telefonen seine Umsatzprognose für das erste Quartal zurücknehmen könnte.

Wien: Die Wiener Börse notierte knapp gehalten. Der ATX-Index ermäßigte sich um 0,06 Prozent auf 1 159 Zähler. Abwärtsdruck ging vom Indexschwergewicht Erste Bank und von Generali Holdings aus. Erste Bank Aktien verbiligten sich um 2,2 Prozent und Generali verzeichneten einen Abschlag von rund 1 Prozent.

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