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28.01.2003

13:51 Uhr

China versucht sich in Deeskalation

Briten werfen Irak Bruch von Uno-Resolution vor

Großbritannien hat Irak einen schwerwiegenden Bruch der Uno-Abrüstungsauflagen vorgeworfen. Dadurch verringerten sich die Chancen, einen Krieg zu vermeiden, sagte Außenminister Jack Straw am Dienstag der BBC.

Reuters LONDON. "Irak würde den größten Fehler begehen, wenn es glaubt, weiter seine Spiele spielen zu können", warnte Straw. Uno-Chefinspektor Hans Blix hatte Irak am Vortag vorgeworfen, die Uno nur unzureichend über sein Waffenprogramm informiert zu haben. Beweise für Massenvernichtungswaffen in dem Land gebe es jedoch nicht.

China setzte sich am Dienstag dafür ein, die Waffeninspektoren selbst über die weitere Dauer ihrer Arbeit entscheiden zu lassen. Der frühere Chef-Inspektor Richard Butler warf den USA vor, mit zweierlei Maß gegen Irak vorzugehen. Die USA haben erklärt, Irak notfalls auch ohne eine zweite Resolution der Vereinten Nationen (Uno) entwaffnen zu wollen. Sie haben massive Kräfte rund in der Golfregion in Stellung gebracht. Die Uno-Inspektoren setzten ihre Arbeit in Irak fort.

Straw: Es ist sehr ernst für Irak

Großbritannien als engster Verbündeter der USA warf Irak die Verletzung der Uno-Abrüstungsresolution 1441 vor. "Daher ist es sehr ernst für Irak", sagte Straw der BBC. Noch sei ein Krieg nicht unvermeidlich, doch die Chancen auf Frieden schwänden.

Irak reagierte mit der Zusage auf eine engere Zusammenarbeit auf die Kritik von Blix und dem Chef der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA), Mohammed ElBaradei. Der stellvertretende irakische Ministerpräsident Tarik Asis sagte im kanadischen Fernsehen, wenn die Uno mehr Zusammenarbeit verlange, sei sein Land dazu bereit. Zugleich warnte er die USA vor einem Angriff auf sein Land. US-Außenminister Colin Powell hatte erklärt, Irak habe nicht mehr viel Zeit für die von der Uno geforderte Abrüstung.

China setzte sich dafür ein, die Uno-Waffeninspektoren selbst über die Dauer ihrer Arbeit entscheiden zu lassen. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte in Peking, was die Dauer der Kontrollen angehe, sollte man die Meinung der Inspektoren respektieren. Die Kontrolleure setzten am Dienstag ihre Tätigkeit routinemäßig fort. Nach Berichten von Augenzeugen durchsuchten sie mindestens acht Einrichtungen.

Frankreich, das wie China ständiges Mitglied im Uno-Sicherheitsrat ist, forderte die USA auf, sich in der Uno weiter um eine friedliche Lösung des Konflikts zu bemühen. Frankreich werde sich nicht an einseitigen Militärschlägen gegen des Land beteiligen, sagte Außenminister Dominique de Villepin in einem Fernsehinterview.

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