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26.01.2005

20:45 Uhr

Chirac und Blair für mehr Solidarität mit den Armen

Weltwirtschaftsforum in Davos eröffnet

Der französische Staatspräsident Jacques Chirac und der britische Premierminister Tony Blair haben am Mittwochabend im schweizerischen Davos das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) eröffnet. Dabei haben beide mehr Solidarität mit dem armen Ländern der Welt gefordert.

Die US-Schauspielerin Sharon Stone ist auch beim WEF-Treffen in Davos. Foto: dpa

Die US-Schauspielerin Sharon Stone ist auch beim WEF-Treffen in Davos. Foto: dpa

HB DAVOS. Bei der Eröffnung des Jahrestreffens des Weltwirtschaftsforums (WEF) schlug Chirac eine internationale Sondersteuer vor, um den Entwicklungsländern mehr Mittel zur Verfügung stellen zu können. Blair sprach sich für eine weltweite Allianz zur Unterstützung des afrikanischen Kontinents aus. Chirac war per Videokonferenz zugeschaltet, weil die Witterung seine Reise nach Davos verhindert hatte.

Bei dem Treffen wollen bis zum Sonntag rund 2250 Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft aus 96 Ländern über die drängendsten Probleme der Welt diskutieren. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder und CDU-Chefin Angela Merkel werden in Davos erwartet.

Chirac regte die Schaffung eines Fonds an, der mehr Mittel für die Erforschung von Impfstoffen beispielsweise für Aids sowie die Behandlung von Aids-Kranken zur Verfügung stellt. Gespeist werden könnte der Fonds durch Steuern auf bestimmte Finanztransaktionen, auf Treibstoff für Flugzeuge und Schiffe oder durch einen Aufschlag auf Flugscheine. Überdies sollten Länder mit Bankgeheimnis nach Chiracs Meinung einen Betrag als Ausgleich für die damit verbundene Steuerhinterziehung entrichten.

Nach Grußworten des Schweizer Bundespräsidenten Samuel Schmid nannte Blair den gemeinsamen Kampf gegen die Not in Afrika und den Klimawandel als Schwerpunkte der britischen Präsidentschaft der G-8. Der Gemeinschaft gehören die führenden sieben Industriestaaten und Russland an. Die Krise Afrikas kann nach Blairs Ansicht nicht durch Wohltätigkeit, sondern nur durch Partnerschaft überwunden werden. Afrika müsse jedoch eigene Anstrengungen bei der Lösung bewaffneter Konflikte unternehmen. Beim Thema Erderwärmung forderte er einen neuen weltweiten Konsens bei der Reduzierung der Treibhausgase. Dadurch würden weder Lebensstandard noch Wirtschaftswachstum beeinträchtigt, meinte er.

Bei diesem 35. WEF-Jahrestreffen haben sich rund zwei Dutzend Staats- und Regierungschefs sowie mehr als 500 Konzernlenker versammelt. Neben der vom WEF vorgeschlagenen breiten Themenpalette n dürften bei den zahllosen informellen Kontakten die Lage in Nahost, die Wahlen im Irak sowie die Folgen der Seebeben-Katastrophe in Südasien die Hauptrolle spielen. Als "Gegenpol" zum Treffen in Davos findet parallel in Porto Alegre (Brasilien) das 5. Weltsozialforum statt. Es steht unter dem Motto "Eine bessere Welt ist möglich."

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