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14.07.2000

22:17 Uhr

ap FRANKFURT. Tabakkonzerne in den USA haben nach erfolgreichen Klagen von Rauchern Millionen- und jetzt auch Milliardensummen zahlen müssen. Hier eine Chronik der spektakulärsten Fälle:



21. Februar 1995 - Der US-Staat Florida verklagt die Tabakindustrie auf Zahlung von 2,1 Milliarden Mark. Mit diesem Geld sollen die Kosten für die Behandlung von Raucherkrankheiten bei Sozialhilfeempfängern beglichen werden.



28. März 1996 - Der US-Staat Texas erhebt Klage gegen die Tabakindustrie und fordert rund sieben Millarden Mark Schadenersatz für die Behandlung von Raucherkrankheiten.



22. Mai 1996 - Ein Revisionsgericht in New Orleans weist eine im Namen aller Raucher eingereichte Sammelklage ab, weil Gerichtsverfahren in diesem Umfang nicht möglich seien.



10. August 1996 - Ein Geschworenengericht in Florida spricht einem krebskranken Raucher eine Entschädigung von 1,3 Millionen Mark zu.



16. Oktober 1996 - Die Stadtverwaltung von New York verklagt alle führenden amerikansichen Tabakhersteller und verlangt Schadensersatz für die Behandlung von Rauchern.



20. Juni 1997 - Zwischen der amerikanischen Tabakindustrie und 40-US-Staaten wird ein bis dato beispielloser Vergleich geschlossen: Die Konzerne verpflichten sich, in den kommenden 25 Jahren etwa 630 Milliarden Mark an die Gesundheitsbehörden abzuführen, dafür werden sie von sämtlichen Schadensersatzforderungen der Staaten befreit.



10. Februar 1999 - Der amerikanische Tabakkonzern Philip Morris muss laut einem Geschworenengericht in San Fransico einer an Lungenkrebs erkrankten Exraucherin Schadenersatz und Schmerzensgeld in Höhe von insgesamt knapp 90 Millionen Mark zahlen. Die Summe wird später von einem Richter auf die Hälfte reduziert.



30. März 1999 - Philip Morris wird von einem Gericht im US-Staat Oregon zur Zahlung von 150 Millionen Mark Schadenersatz an die Hinterbliebenen eines Rauchers verurteilt.



10. Mai 1999 - Ein Gericht in Memphis im Staat Tennessee spricht drei große Tabakkonzerne von der Verantwortung für den Tod von drei an Lungenkrebs erkrankten Rauchern frei.



Juli 1999 - Die Geschworenen eines Gerichts in Florida erklären in einem Grundsatzurteil, die Tabakindustrie habe sich vorsätzlich zusammengetan, um ein gefährliches, Sucht erregendes Erzeugnis herzustellen, das Krankheiten wie Krebs und Herzerkrankungen hervorrufen könne.



14. Juli 2000 - Die amerikanische Tabakindustrie wird von dem Geschworenengericht in Florida zur Zahlung einer Geldbuße in der Rekordhöhe von 144 Milliarden Dollar (rund 300 Milliarden Mark/154 Milliarden Euro) an kranke Raucher verurteilt. Das Musterverfahren war von drei krebskranken Rauchern angestrengt worden.

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