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03.04.2003

11:30 Uhr

Chronologie der Kirch-Pleite

Das Drama um den Zusammenbruch

Das Drama um den Zusammenbruch der Kirch-Gruppe hält die Medienlandschaft bereits seit Ende 2001 in Atem.

HB/dpa MÜNCHEN. Die wichtigsten Etappen vom Zusammenbruch bis zum Ausverkauf des Medienimperiums von Leo Kirch:

Dezember 2001: Die Kirch-Gruppe dementiert erste Spekulationen über eine feindliche Übernahme durch den Medienmogul Rupert Murdoch.

30. Januar 2002: Der Axel Springer Verlag fordert für seine Beteiligung an Pro Sieben Sat1 rund 770 Mill. ? von der Kirch-Gruppe zurück und leitet damit das Ende des Imperiums ein.

4. Februar 2002: Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer stellt öffentlich die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe in Frage.

8. Februar 2002: Murdoch schreibt die Beteiligung auf seinen Anteil am Bezahlsender Premiere im Wert von etwa 1,6 Mrd. ? ab und kündigt an, seine Investitionen im Herbst zurückzufordern. Auch dieses Geld hat Kirch nicht.

8. April 2002: Die Kirch-Gruppe stellt Insolvenzantrag für ihr Kerngeschäft, die Kirch-Media, zu der Pro Sieben Sat1 und der Rechtehandel gehören. Leo Kirch verabschiedet sich in einem Brief von seinen Mitarbeitern.

8. Mai 2002: Die Kirch-Bezahlsendersparte Kirch-Pay-TV stellt als zweite Säule der Kirch-Gruppe Insolvenzantrag.

12. Juni 2002: Die Dachgesellschaft Taurus-Holding und die Kirch-Beteiligungen stellen einen Insolvenzantrag.

17. Juni 2002: Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Kirch-Media wird offiziell eröffnet. Damit kann der Bieterwettbewerb beginnen.

26. Juli 2002: Der Bauer-Verlag verbündet sich mit der Hypo-Vereinsbank, dem Spiegel-Verlag und Springer in einem Bieter- Konsortium. Später bleibt nur die HVB als Partner Bauers.

1. August 2002: Die erste Bieter-Runde für die Kirch-Media ist vorbei. Sieben Konsortien aus dem In- und Ausland, die unverbindlich bis zu 2,6 Mrd. ? bieten, bleiben im Rennen. Später wird der Kreis weiter auf drei Gruppierungen reduziert.

10. Oktober 2002: Der Kirch-Sportrechtehandel wird an das Management um Günter Netzer verkauft.

30. Oktober 2002: Insolvenzverwalter und Kirch-Media-Geschäftsführung verkünden, das Unternehmen solle an den Bauer-Verlag verkauft werden. Es müssten nur noch Details geklärt werden. Das Kartellamt kündigt eine genaue Prüfung an.

20. Dezember 2002: Kirch-Media und Bauer sind sich weitgehend einig.

Januar 2003: Der US-Milliardär Haim Saban legt ein neues Angebot vor und verbündet sich mit dem französischen TV-Konzern TF1. In den folgenden Wochen macht er Boden gut. Am Ende ist sein Angebot leicht höher.

20. Februar 2003: Der Bezahlsender Premiere wird an die Investorengruppe Permira verkauft.

12. März 2003: Der Bauer-Verlag zieht sich aus dem Bieter-Wettbewerb um die Kirch-Media zurück.

17. März 2003: Saban unterschreibt den Kaufvertrag für die TV-Senderkette Pro Sieben Sat1.

27. März 2003: Saban besiegelt auch den Kauf des Filmrechtehandels von der Kirch-Media und erhält damit die Rechte über 18 000 Filme und Serien.

31. März 2003: Der Gläubigerausschuss stimmt dem Verkauf von Pro Sieben Sat1 und dem Filmrechtehandel an Saban zu.

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