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06.02.2001

14:10 Uhr

dpa HAMBURG. Die französische Mineralölgruppe Elf Aquitaine ist seit Beginn der 90er Jahre wegen verschiedener Affären nicht mehr aus den Schlagzeilen herausgekommen. Der seit 1996 verschwundene und jetzt als Schlüsselfigur der weit verschlungenen Schmiergeld-Affären des Unternehmens festgenommene Alfred Sirven wurde seit 1997 auch in Verbindung mit der Leuna-Affäre gebracht.

Stationen der Flucht:

1996: Der in den Mittelpunkt von Korruptions-Ermittlungen geratene Sirven "verreist" mit zunächst unbekanntem Ziel.



April 1997: Die französische Presse berichtet, beim Verkauf der ostdeutschen Leuna-Raffinerie und der Minol-Tankstellen seien geheimnisvolle Millionen-Beträge in den Wahlkampf Helmut Kohls geflossen.



September 1997: Die französische Justiz bestätigt die Ausdehnung laufender Schmiergeld-Ermittlungen auf den Leuna-Komplex.



1997: Sirven erhält in der Schweiz eine Aufenthaltsbewilligung. Die Pariser Untersuchungsbehörden stellen im Mai 1997 den ersten Haftbefehl gegen Sirven aus und ersuchen die Schweiz vergeblich, den Gesuchten in Auslieferungshaft zu nehmen.



März 1998: Zweiter Haftbefehl gegen den aus der Schweiz verschwundenen Sirven. Vermutlich im September reist er unter falschem Namen in den Philippinen ein.



Januar 2000: Sirven wird auf den Philippinen vermutet.



Januar 2001: In Paris beginnt der Prozess gegen den in die Schmiergeld-Affären verwickelten ehemaligen französischen Außenminister Roland Dumas, dessen frühere Geliebte Christine Deviers-Joncour und fünf Geschäftsleute. In Abwesenheit mit angeklagt: Sirven.



2. Februar 2001: Der in seinem Versteck aufgespürte Servin wird in Tagayta City in Gewahrsam genommen.



3. Februar 2001: Festnahme auf dem Frankfurter Flughafen. Vor seiner Auslieferung an Frankreich soll er von deutschen Ermittlern zum Leuna-Komplex vernommen werden.



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