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07.01.2003

07:24 Uhr

Chrysler und Mitsubishi planen gemeinsame Plattform

Daimler nutzt immer mehr Synergien in der Gruppe

Die Zusammenarbeit der verschiedenen Marken unter dem Dach der Daimler-Chrysler AG gewinnt immer mehr an Kontur. Nur wenige Tage nach der Ankündigung eines gemeinsamen Motorenwerkes von Chrysler, Mitsubishi und der koreanischen Hyundai soll nun auch die Kooperation von Chrysler und Mitsubishi bei der nächsten Generation von Plattformen vertieft werden.

hof DETROIT. An den Japanern ist der deutsch-amerikanische Konzern mit 37 % an den Koreanern mit 10 % beteiligt. Wie Chrysler-Vorstand Wolfgang Bernhard auf der Detroit Motor Show sagte, arbeitet sein Unternehmen mit Mitsubishi an einem gemeinsamen Konzept für die untere und die mittlere Mittelklasse.

Das Projekt sieht nach den Worten des für das operative Geschäft verantwortlichen Bernhard vor, die kleinere Plattform in Länge und Breite zu strecken, um eine zweite Neuentwicklung zu vermeiden. Mehr als eine Million Autos wollen beide Firmen auf dieser Basis bauen. Die Zahl der Gleichteile könnte nach Meinung Bernhards zwischen 50 % und 80 % liegen. "Die Grenze liegt dort, wo die Identität der Marken nicht mehr gewährleistet ist", sagte er zum Handelsblatt. "Alles, was der Kunde sehen und fühlen kann, kommt für einen Austausch nicht in Frage." Verwendet werden könnte in den Mittelklassewagen der geplante 4-Zylinder-Weltmotor, von dem in den USA bis zu 1,5 Millionen Einheiten im Jahr produziert werden sollen.

Das Nutzen von Synergien ist ein wichtiger Teil des Plans, Chrysler dauerhaft profitabel zu machen. Im Jahr 2002 hat Chrysler nach Aussagen von Unternehmens-Chef Dieter Zetsche ein deutlich positives Betriebsergebnis erzielt. Er kenne zwar selbst die genauen Zahlen noch nicht, doch das 4. Quartal sei profitabel gewesen. Nach neun Monaten hatte Chrysler ein Betriebsergebnis von 1,2 Mrd. Euro ausgewiesen, litt zum Jahresende jedoch unter rückläufigen Verkaufszahlen trotz der "noch nie da gewesenen "Incentive-Schlacht mit ruinösen Preisnachlässen und günstigen Finanzierungen, die sich besonders GM, Ford und Chrysler in den USA lieferten. Einen Ausweg aus diesem ruinösen Wettbewerb zeigen nach Ansicht Zetsches die deutschen Hersteller. "Mit einer starken Marke und hoher Zuverlässigkeit kann man sich dem widersetzen." Zu den Prognosen für 2003 hielt er sich noch bedeckt, geht aber davon aus, dass das Ziel von 2 Mrd. Euro Betriebsgewinn erreicht werden könne. Doch neben der wirtschaftlichen Entwicklung beeinflussten das Ausmaß der Rabattschlacht und der Ausgang der Verhandlungen mit den amerikanischen Gewerkschaften im Herbst das Ergebnis maßgeblich.

Quelle: Handelsblatt

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