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07.01.2008

15:19 Uhr

Clinton gegen Obama

Die Schlacht der „Robo-Calls“

VonPetra Blum

Barack Obamas Sieg in Iowa und seine guten Umfragewerte in New Hampshire heizen die Rivalität zwischen ihm und Hillary Clinton weiter an. Vor allem Clintons Lager wird offenbar zunehmend verzweifelter. Erstmals konzentriert sich die Strategie der ehemaligen First Lady auf ganz direkte Angriffe auf ihren innerparteilichen Konkurrenten. Ein Mittel ist dabei besonders wichtig.

Hillary Clinton hofft auf die Wirkung der Robo-Calls, automatisierten Anrufen bei Wählern. Foto: Reuters

Hillary Clinton hofft auf die Wirkung der Robo-Calls, automatisierten Anrufen bei Wählern. Foto: Reuters

DÜSSELDORF. In einer ersten Attacke gegen Obama nach ihrer Iowa-Niederlage hat Clinton eine Postsendung an die Wähler in New Hampshire verschickt, die Obama scharf für seine Position zum Thema Abtreibung angreift. In dem Flyer heisst es, als Senator von Illinois habe sich Obama mehrmals bei Abstimmungen zum Thema enthalten und auch sonst keinen klaren Standpunkt für oder gegen Abtreibung eingenommen. Gleichzeitig preist das Flugblatt Clintons Position als Befürworterin von Abtreibungen – und ruft die Wählerschaft auf, für sie zu stimmen.

Derartige Postsendungen sind beliebte Wahlkampfmittel in den amerikanischen Vorwahlen, genauso wie automatisierte Anrufe, die sogenannten „Robo-Calls“. Automatisch bekommen alle mit Telefonnummer registrierten Wähler eine etwa 30-sekündige Botschaft am Telefon übermittelt – direkt oder auf den Anrufbeantworter. Der Gegenschlag auf das Clinton-Flugblatt ließ nicht lange auf sich warten: In einer vom Obama-Lager geschalteten Telefonbotschaft ist die Vorsitzende des „Board of Planned Parenthood in Northern New England“ zu hören, die Clintons Angriff eine „falsche Attacke in letzter Minute“ nennt und Obama als einen Befürworter von Abtreibung hervorhebt.

Doch damit hört der Kleinkrieg der beiden demokratischen Kandidaten in New Hampshire noch nicht auf. Robo-Calls sind gesetzlich geregelt und müssen vom Absender gekennzeichnet sein, das bedeutet es muss klar werden, wer sie bezahlt hat. Clintons Wahlstrategen haben inzwischen ermittelt, dass der Name Obama in dem Anruf erst nach 38 Sekunden erwähnt wird – und behauptet nun, das verstoße gegen das Gesetz von New Hampshire, wonach der Absender bereits innerhalb der ersten 30 Sekunden genant werden müsse. Clinton fordert inzwischen, die Anrufe einzustellen, was das Obama-Lager allerdings ablehnt.

Während sich die Kampfstrategien der beiden innerparteilichen Kontrahenten bisher hauptsächlich auf die politische Ebene konzentriert haben, befürchten die Demokraten nun, ein unter Druck geratenes Clinton-Lager könnte eine regelrechte Schlammschlacht entfachen. Bereits vor den Wahlen in Iowa hatte ein Clinton-Berater versucht, Obama wegen seines Eingeständnisses, in seiner Jugend Erfahrungen mit Drogen gemacht zu haben, als chancenlos darzustellen. Die ehemalige First Lady hatte sich allerdings im Nachhinein für diese „Grenzüberschreitung“ entschuldigt.

Der dritte im Bunde, John Edwards, könnte sich Beobachtern zufolge als „running mate“ in Stellung bringen, also den möglichen demokratischen Vizepräsidentschaftskandidat. Auf die Frage nach einem Bündnis mit Obama antworte er: „Ich denke, es gibt ein Bündnis der Überzeugungen.“

In Iowa war es Edwards in der vergangenen Woche noch gelungen, sich zwischen Obama und Clinton auf Platz zwei zu schieben. Für New Hampshire sagte eine Umfrage von „USA Today“ und Gallup, voraus, Obama werde mit 41 Prozent einen deutlichen Sieg erringen, vor Clinton mit 28 und Edwards mit 19 Prozent.

Links zum Duell Obama gegen Clinton:

» ABC-News: Locked in a dead heat in New Hampshire

» Bildergalerie der New York Times

» Blog der USA Today: Clinton versus Obama

» Wall-Street-Journal-Blog: The Battle between Obama and Clinton

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